Die Must-Hears der Woche von Popklub – Das IndiePopZine
Die Must-Hears von Popklub – Das IndiePopZine, diesmal mit neuen Songs und Videos von Ghost Plains, A. Swayze & The Ghosts, The Twilight Sad (Foto) und The Orielles.
A. Swayze & The Ghosts: Stay Right
Müssen wir noch nachreichen: Zum Abschluss eines äußerst produktiven Jahres haben A. Swayze & The Ghosts bereits Anfang Dezember eine neue Single mit dem Titel „Stay Right“ geteilt. Nachdem Andrew Swayze zuletzt sowohl solo als auch als Produzent anderer Bands aktiv war, kommt hier wieder die volle Band zum Zug – und das mit spürbarer Wucht. Der Song knüpft an das letztjährige Album „Let’s Live A Life Better Than This“ an und unterstreicht, dass sich die Band weiterhin in einer klaren Aufwärtsbewegung befindet. Musikalisch verbindet „Stay Right“ treibenden Bass, schimmernde Psychedelika und eine dichte, kreisende Dynamik, die sich stetig steigert und eine fast tranceartige Sogwirkung entfaltet. Andrew Swayze beschreibt den Song als Erinnerung daran, den eigenen Weg nicht aus den Augen zu verlieren und sich auf Wachstum, Verbundenheit und positive Energie zu konzentrieren. Diese Haltung spiegelt sich auch musikalisch wider: Die wiederkehrenden Zeilen wirken wie ein ruhender Pol innerhalb des wirbelnden Sounds, der gleichzeitig antreibt und erdet.
Ghost Plains: Sweet G
Mit „Fear Patterns“ haben Ghost Plains bereits Mitte Dezember eine neue EP vorgelegt, die zeigt, wie selbstverständlich musikalische Zusammenarbeit über große Entfernungen geworden ist. Das Duo aus Cardiff, bestehend aus Rich Maskell und Adam Vaughn, arbeitet seit Jahren fast ausschließlich digital – Songs entstehen in getrennten Räumen, wachsen über geteilte Dateien und nehmen erst im Zusammenspiel ihre endgültige Form an. Die EP umfasst fünf Tracks und knüpft klanglich an den warmen, verschwommenen Dreampop an, den Ghost Plains bereits mit ihrem Debütalbum „Wild Blue“ etabliert haben. Schwebende Gitarren, viel Hall und klare Melodien treffen auf einen Sound, der zwischen Dreampop und Shoegaze pendelt – dicht, nostalgisch und zugleich erstaunlich präzise produziert. Der Opener „Sweet G“ blickt auf exzessive Nächte, auf Nähe, Rausch und das Bedürfnis, den Moment nicht zu verlieren.
The Twilight Sad: Designed To Lose
The Twilight Sad haben mit „It’s The Long Goodbye“ ihr sechstes Studioalbum angekündigt, das am 27. März erscheint. Sieben Jahre nach dem letzten Longplayer kehrt die schottische Band mit einem Werk zurück, das persönlicher kaum sein könnte. Nach der ersten Auskopplung „Waiting For The Phone Call“ folgt nun die neue Single „Designed To Lose“. Der Song schlägt einen ruhigen, aber eindringlichen Ton an. Getragen von schwebenden Gitarren und einem stetigen Puls kreist „Designed To Lose“ um das Gefühl, immer wieder gegen innere und äußere Widerstände anzulaufen – und darum, wie Menschen mit Verlust, Scheitern und Verletzlichkeit umgehen. Die Musik wirkt meditativ, steigert sich jedoch zu einer emotionalen Wucht, wie man sie von The Twilight Sad kennt. Das kommende Album „It’s The Long Goodbye“ verarbeitet sehr konkrete Erfahrungen aus dem Leben von Sänger James Graham, darunter familiäre Krankheit und persönliche Krisen. Gleichzeitig bleibt die Musik offen genug, um universell zu wirken. Die charakteristischen Gitarrenflächen von Andy MacFarlane geben den Songs dabei Tiefe und Dringlichkeit.
The Orielles: You Are Eating A Part Of Yourself / To Undo The World Itself
Mit der Doppelsingle „You Are Eating A Part Of Yourself“ und „To Undo The World Itself“ melden sich The Orielles zurück und geben einen intensiven Ausblick auf ihr viertes Album „Only You Left“, das am 13. März erscheint. Beide Songs markieren die Rückkehr der Band zum Trio-Format und stehen sinnbildlich für den neuen, konzentrierten Sound des Albums. „You Are Eating A Part Of Yourself“ entfaltet sich langsam aus schwebenden Gitarrenloops, die ihren Ursprung in frühen Improvisationen haben. Der Song wächst behutsam, schichtet Feedback, Noise und fragile Harmonien übereinander und erzeugt dabei ein bittersüßes Gefühl von Vergänglichkeit und innerer Bewegung. Der zweite Track, „To Undo The World Itself“, setzt auf hallgetränkte Vocals und eine fast meditative Dramaturgie. Zwischen Auflösung und Neuanfang schwebend, wirkt der Song offen und weit – ein Stück, das Raum lässt für eigene Deutungen und Emotionen. Begleitet wird die Doppelsingle von einem gemeinsamen Video, das beide Songs visuell verbindet. Die Bildsprache folgt der Stimmung der Musik: ruhig, tastend und intuitiv geschnitten, mit Fokus auf Atmosphäre statt Narration.
