Die Must-Hears der Woche von Popklub – Das IndiePopZine

Die Must-Hears von Popklub – Das IndiePopZine, diesmal mit neuen Songs und Videos von Punchbag (Foto), Witch Post, Teen Suicide und MX Lonely.

Punchbag: I Am Obsessed

Das South-London-Duo Punchbag (Clara and Anders Bach) hebt mit der neuen Single „I Am Obsessed“ die Tür zu seiner kommenden EP gleichen Namens aus den Angeln. Der Track wirkt wie ein innerer Monolog auf zu viel Koffein: versetzte Piano-Stiche, nervöse Spannungsbögen und ein Pop-Verständnis, das lieber stolpert als geschniegelt daherkommt. Inhaltlich kreist der Song um Fixierung in ihrer unangenehmsten Form — nicht süß, nicht romantisch, sondern körperlich, überfordernd, fast panisch. Diese emotionale Übersteuerung spiegelt sich auch im Sound: alles wirkt ein Stück zu nah am Nerv, zu dicht am Puls. Die EP „I Am Obsessed“ erscheint am 10. April und markiert einen wichtigen Schritt für Punchbag. Klanglich wird das Duo größer, dramatischer, kontrastreicher — Alltagsbeobachtungen werden unter ein Vergrößerungsglas gelegt, bis selbst kleinste Risse sichtbar werden. Wo frühere Songs noch wie Momentaufnahmen wirkten, gehen die neuen Stücke tiefer, näher ran, unbequemer.

Witch Post: Worry Angel

Nach der „Beast EP“ melden sich Witch Post mit neuem Material zurück und schlagen das nächste Kapitel auf: Die „Butterfly EP“ erscheint am 20. März und setzt konsequent dort an, wo Dualität, Wandel und innere Spannung aufeinandertreffen. Die neue Single „Worry Angel“ steht dabei im Zentrum. Der Song zeigt Alaska Reid und Dylan Fraser so roh wie selten: knirschende Gitarren, ein nervöses Drängen im Arrangement und eine Atmosphäre, die sich langsam zuschnürt. Ihr Grungerock bleibt groß gedacht, wirkt aber gleichzeitig nah und intim – als würde die Wucht jederzeit kippen. Inhaltlich kreist „Worry Angel“ um unterschwellige Angst, Aberglauben und das Gefühl permanenter Beobachtung. Bilder von innerer Unruhe, Isolation und selbstgebauten Dämonen ziehen sich durch den Track und verleihen ihm eine beklemmende Intensität. Es ist ein Song, der weniger erklärt als spürbar macht – rastlos, verletzlich und seltsam vertraut.

Teen Suicide: Idiot

Teen Suicide melden sich mit einem entscheidenden Schritt zurück. Am 17. April erscheint ihr neues Album „Nude Descending Staircase Headless“, das erstmals vollständig in einem professionellen Studio entstanden ist. Damit verabschiedet sich die Band nicht von ihren Wurzeln, sondern erweitert sie: Der vertraute emotionale Kern trifft auf einen deutlich offeneren, kraftvolleren Sound. Einen ersten Eindruck liefert die neue Single „Idiot“. Der Song startet mit einem massiven, verzerrten Gitarrenriff, das sofort Präsenz zeigt, bevor sich der Track öffnet und in fragile Harmonien kippt. Härte und Verletzlichkeit stehen hier nicht im Widerspruch, sondern verstärken sich gegenseitig – ein Spannungsfeld, das Teen Suicide schon immer ausgezeichnet hat, nun aber klarer und selbstbewusster denn je wirkt. Auch thematisch bleibt die Band kompromisslos. „Idiot“ trägt eine spürbare Schwere in sich, ohne sich im Dunkel zu verlieren. Es ist Musik, die aus innerem Druck entsteht, aus Reibung mit der eigenen Realität und dem Versuch, darin Halt zu finden. Genau diese Balance aus Intimität und Nachdruck prägt auch das kommende Album.

MX Lonely: Anesthetic

Die New Yorker Alt-Rock- und Shoegaze-Band MX Lonely meldet sich mit der neuen Single „Anesthetic“ zurück und gibt damit einen zentralen Einblick in ihr kommendes Debütalbum „All Monsters“, das am 20. Februar erscheint. „Anesthetic“ bewegt sich zwischen schwebender Zurückhaltung und plötzlicher Wucht. Verzerrte Gitarrenflächen treffen auf eine spannungsgeladene Dynamik, die sich langsam aufbaut und immer wieder kippt. Im Mittelpunkt steht das Wechselspiel aus Betäubung und Überforderung – das Gefühl, zwischen emotionaler Starre und intensiver Wahrnehmung festzustecken. Inhaltlich ist der Song eine düstere Liebeserklärung an Extreme: an das Verlangen, etwas zu fühlen, auch wenn es schmerzt. Statt nach Erleichterung zu suchen, kreist „Anesthetic“ um Abhängigkeit, emotionale Abgründe und die fragile Sehnsucht nach Intensität. Genau diese Ambivalenz prägt auch den Sound der Band: Shoegaze-Weite trifft auf kantigen Alternative Rock, verletzlich und druckvoll zugleich.