Die Must-Hears der Woche von Popklub – Das IndiePopZine

Die Must-Hears von Popklub – Das IndiePopZine, diesmal mit neuen Songs und Videos von My New Band Believe, Temples (Foto), Saint Sappho und Brigitte Calls Me Baby.

My New Band Believe: Numerology

My New Band Believe – das neue Projekt von Cameron Picton, der als Bassist und zweiter Frontmann der Band Black Midi bekannt wurde – kündigen ihr selbstbetiteltes Debütalbum „My New Band Believe“ für April an. Mit „Numerology“ erscheint nun der erste Vorbote – eine eigenständige Single, die nicht auf dem regulären Album enthalten sein wird, sondern exklusiv als Bonustrack einer Sonderedition erhältlich ist. „Numerology“ wirkt wie ein programmatischer Auftakt: komplex, detailreich und dennoch überraschend klar im Klangbild. Statt auf brachiale Intensität setzt der Song auf Dynamik durch Reduktion. Akustische Instrumentierung, dezente Effekte und eine präzise Produktion schaffen Raum, in dem sich Spannungsbögen organisch entfalten. Streicher verleihen dem Stück zusätzliche Tiefe, während das Arrangement sich stetig neu formiert – Motive tauchen auf, lösen sich auf und finden wieder zusammen. Die Entstehung des Albums nahm ihren Anfang unter ungewöhnlichen Umständen. Während eines krankheitsbedingten Aufenthalts in einem Hotelzimmer in China wurde Picton von fragmentarischen Bildern und Textfetzen heimgesucht – darunter die prägnante Wortfolge „My New Band Believe“. Aus diesen Bruchstücken entwickelte sich nach und nach das Fundament für neue Songs

Temples: Jet Stream Heart

Temples melden sich mit „Jet Stream Heart“ zurück und geben damit den ersten Vorgeschmack auf ihr fünftes Album „Bliss“, das am 26. Juni erscheint. Die Single markiert einen stilistischen Aufbruch: Weg vom reinen Retro-Psychedelia-Ansatz, hin zu einer tanzorientierten Klangwelt, die 90er- und 00er-Dance-Elemente durch den unverwechselbaren Temples-Filter jagt. „Jet Stream Heart“ lebt von dieser Reibung. Psychedelisch gefärbte Gitarrenriffs treffen auf treibende, clubtaugliche Beats. Synthesizer und Saiteninstrumente verschwimmen, während der Song eine Sogwirkung entfaltet, die sich weniger über Lautstärke als über Rhythmus definiert. Thematisch geht es um das körperliche Erleben von Sound – um diesen Moment, wenn man vor den Boxen steht und der Beat Besitz ergreift. „Das Gefühl von Musik in einem Club ist instinktiv – fast so, als wäre man direkt mit dem Song verbunden“, erklärt die Band weiter. Genau dieses unmittelbare Erleben transportiert die Single: hypnotisch, pulsierend, mit einem fast tranceartigen Flow. Auch produktionstechnisch beschreiten Temples neue Wege. Statt mit externem Produzenten arbeiteten sie diesmal eigenständig, experimentierten gemeinsam im Studio und nutzten Sampler, um ihr eigenes Material zu zerlegen und neu zusammenzusetzen. Für „Jet Stream Heart“ kamen selbstgebaute Fuzz-Pedale und ungewöhnliche Studiogeräte zum Einsatz, um „alles andere als konservative Sounds zu erzeugen“. Der Anspruch: „ein kühnes klangliches Statement“ zu setzen.

Saint Sappho: Shoulder To Shoulder

Das Glasgower Duo Saint Sappho meldet sich mit „Shoulder To Shoulder“ zurück und präsentiert damit einen weiteren Vorgeschmack auf das kommende Debütalbum „Between The Lines“. Der neue Track vereint flirrende 90er-Referenzen mit einem klaren DIY-Ansatz. Zwischen Trip-Hop-Anleihen, Britpop-Melodien und einer leicht entrückten Atmosphäre entfaltet sich ein Song, der gleichermaßen zurückblickt und nach vorn drängt. „Shoulder To Shoulder“ wirkt intim und zugleich aufgeladen – getragen von dichten Klangflächen und einem subtil treibenden Rhythmus. Typisch für Saint Sappho entsteht alles in Eigenregie: Aufnahme, Produktion und visuelle Umsetzung liegen in den Händen von Zoe Young und Tammy Dyson selbst. Diese kreative Unabhängigkeit ist hörbar – der Sound bleibt roh genug, um Charakter zu zeigen, und zugleich präzise genug, um seine Wirkung zu entfalten. In „Shoulder To Shoulder“ steckt Zusammenhalt als Leitmotiv – musikalisch wie inhaltlich. Der Song fühlt sich an wie ein Versprechen, Seite an Seite durch Unsicherheiten zu gehen, ohne Pathos, aber mit Nachdruck.

Brigitte Calls Me Baby: I Danced With Another Love In My Dream

Brigitte Calls Me Baby präsentieren mit „I Danced With Another Love In My Dream“ eine neue Single aus ihrem kommenden zweiten Album „Irreversible“, das im März erscheint. Bereits erschienen ist die mitreißende Single „Slumber Party“. Der Song verbindet schimmernde Melodien mit einem bittersüßen Unterton – und zeigt die Band von ihrer emotional vielschichtigen Seite. Musikalisch setzt der Track auf Eleganz und Weite. Glänzende Gitarrenlinien, ein beschwingtes Tempo und eine cineastische Dramaturgie verleihen dem Stück eine fast schwerelose Qualität. Gleichzeitig liegt unter der Oberfläche eine leise Melancholie, die den Song vor bloßer Leichtigkeit bewahrt. Frontmann Wes Leavins erzählt, dass der Song ursprünglich als etwas Fröhliches gedacht war: „Dieser Song begann damit, dass wir versuchten, etwas Fröhliches zu schreiben, aber irgendwie entwickelte er sich zu einem Song über Untreue.“ Aus dieser unerwarteten Wendung entwickelte sich das zentrale Motiv – Untreue, allerdings nicht als reale Tat, sondern als Gedankenspiel im Traum. „Wir haben live ein paar verschiedene Versionen gespielt und uns schließlich dafür entschieden, die helle und glänzende Seite davon zu betonen, und so entstand ein Song, in dem diese ehebrecherischen Gedanken in einem Traumszenario umgesetzt werden.“