Die Must-Hears der Woche von Popklub – Das IndiePopZine

Die Must-Hears von Popklub – Das IndiePopZine, diesmal mit neuen Songs und Videos von Tooth, Cola (Foto), Magic Castles und Weird Nightmare.

Tooth: Medicine

Die Londoner Band Tooth hat ihre neue Single „Medicine“ veröffentlicht. Der Song ist die zweite Veröffentlichung der Gruppe. Musikalisch bewegt sich „Medicine“ zwischen klar strukturiertem Indierock und unvorhersehbaren, feedbackgetriebenen Ausbrüchen, die an den Noise der 90er erinnern. Die Band kombiniert dabei eingängige Melodien mit einer rohen, energiegeladenen Klangästhetik. Gerade diese Mischung aus kontrollierter Songstruktur und eruptiven Gitarrenmomenten bildet eine Brücke zwischen den melodischen Qualitäten ihrer Studioaufnahmen und der intensiven Dynamik ihrer Live-Shows, mit denen sich Tooth in der britischen Independent-Szene zunehmend Aufmerksamkeit erspielen. Frontmann und Gitarrist Tom Pollock beschreibt die musikalische Idee hinter dem Song so: „Wir wollten das Chaos von Sonic Youth aufnehmen, es aber mit etwas mehr Struktur und Melodie verdünnen und eingängiger machen.“

Cola: Hedgesitting

Das Montrealer Trio Cola hat mit „Hedgesitting“ die erste Single aus seinem kommenden dritten Album „Cost Of Living Adjustment“ veröffentlicht. Die neue Platte erscheint am 8. Mai über Fire Talk Records. Cola – bestehend aus Tim Darcy (Gesang, Gitarre), Ben Stidworthy (Bass) und Evan Cartwright (Schlagzeug) – sind für einen reduzierten, präzise gesetzten Sound bekannt. Frontmann Darcy beschreibt die musikalische Haltung der Band selbst als eine Form von „tasteful minimalism“: Songs entwickeln sich langsam, leben von subtilen Veränderungen und tragen eine leise, oft melancholische Emotionalität in sich. Mit „Cost Of Living Adjustment“ erweitert das Trio diesen Ansatz nun deutlich. Schon der Titel verweist auf die thematische Klammer des Albums: Die Abkürzung C.O.L.A. dient zugleich als konzeptioneller Rahmen für Songs, die sich mit wirtschaftlichem Druck, persönlichen Beziehungen, Nostalgie und dem oft unsicheren Schritt nach vorn beschäftigen. Die Single „Hedgesitting“ führt in diese Welt ein und bleibt dabei dem charakteristischen Stil der Band treu: zurückhaltend, detailreich und von einer unterschwelligen Spannung getragen. Begleitet wird der Song von einem Musikvideo unter der Regie von Kristina Pedersen, dessen visuelle Umsetzung die feine Balance und Komplexität des Stücks aufgreift

Magic Castles: Mary Anne

Magic Castles haben mit „Mary Anne“ die zweite Single aus ihrem kommenden Album „Realized“ veröffentlicht. Das neue Werk erscheint am 24. April über Fuzz Club. Hinter Magic Castles steht der in Minneapolis ansässige Songwriter und Multiinstrumentalist Jason Edmonds, der die Band Anfang der 2000er Jahre gründete. „Realized“ umfasst neun atmosphärische, melodiegetriebene Songs, die sich zwischen warmem Folk-Rock der späten 60er Jahre und schimmernden Shoegaze-Texturen bewegen. Die Platte verbindet dabei nostalgische Klangfarben mit moderner Psychedelia und setzt auf vielschichtige Arrangements sowie schwebende Gesangsharmonien. Edmonds beschreibt „Mary Anne“ als eine Mischung aus eingängigem Pop und verträumter Gitarrenatmosphäre: Stilistisch bewegt sich der Track irgendwo zwischen Indiepop, Psychedelia und Shoegaze-Ästhetik – ergänzt durch Call-and-Response-Gesangsparts. Inhaltlich erzählt der Song von einer Figur, die mit Kommunikationsproblemen und den Belastungen des Alltags ringt, dabei jedoch Stärke und Widerstandskraft zeigt.

Weird Nightmare: Pay No Mind

Alex Edkins, vielen als Frontmann des kanadischen Noiserock-Trios Metz bekannt, meldet sich mit seinem Soloprojekt Weird Nightmare zurück. Mit „Pay No Mind“ veröffentlicht er eine weitere Single aus dem kommenden Album „Hoopla“, das in diesem Frühjahr erscheinen soll. Produziert wurde das Album gemeinsam mit Jim Eno von Spoon. Die Single knüpft daran an und verbindet nervöse Gitarrenenergie mit einer poppigen Direktheit, die an klassischen Pop-Punk erinnert. Begleitet wird „Pay No Mind“ von einem Musikvideo unter der Regie von Ryan Faist. Laut Edkins versteht sich der Clip als visuelle Hommage an klassische New-Wave-Ästhetik: inspiriert unter anderem vom Video zu „Pump It Up“ von Elvis Costello And The Attractions sowie frühen TV-Aufnahmen der Buzzcocks. Der Songtitel entstand aus einer unerwarteten Quelle: „Der Text stammt von einem T-Shirt für den Tourismus in Atlantic City. „I’m so broke, I can’t even pay attention“ erschien mir als besonders treffender Kommentar zum modernen Leben“, erklärt Edkins. Was ursprünglich als humorvoller Spruch gedacht war, bekam für ihn eine deutlich düstere Bedeutung: „Aufgrund der überwältigenden Flut an Informationen und der damit verbundenen emotionalen Belastung neigen die Menschen meiner Meinung nach dazu, ziemlich kurzsichtig zu werden. Als Bewältigungsstrategie ziehen wir uns immer mehr zurück und ignorieren die Welt um uns herum.“