Die Must-Hears der Woche von Popklub – Das IndiePopZine
Die Must-Hears von Popklub – Das IndiePopZine, diesmal mit neuen Songs und Videos von Pigeon (Foto), Grandmas House, Cola und A. Swayze & The Ghosts.
Pigeon: Black James Dean
Pigeon haben mit „Black James Dean“ eine weitere Single aus ihrem kommenden Debütalbum „Outtanational“ veröffentlicht, das Anfang Mai erscheinen soll. Nach den bereits vorgestellten Tracks „Mirror Test“ und „Miami“ verdichtet sich damit das Bild eines Albums, das stilistisch bewusst Grenzen überschreitet. Der neue Song setzt auf einen stoischen, treibenden Groove, über den sich eine fast beschwörende Stimme legt. Frontmann Falle Nioke bewegt sich darin zwischen persönlichen und kulturellen Bezugspunkten, beschreibt Herkunft und Bewegung als zentrale Bestandteile seiner Identität. In sinngemäßen Bildern wird daraus eine Figur, die sich nicht festlegen lässt – eher unterwegs als angekommen. Entstanden ist das Projekt aus einem Kollektiv von Musikern mit unterschiedlichen Hintergründen, die schließlich in der englischen Stadt Margate zusammengefunden haben. Diese Vielfalt prägt auch den Sound: ein Zusammenspiel aus Einflüssen, das nicht auf Einheit zielt, sondern auf Spannung – und genau daraus seine Energie bezieht.
Grandmas House: Dog
Grandmas House melden sich mit der neuen Single „Dog“ zurück und eröffnen damit ein weiteres Kapitel nach ihrer letzten Veröffentlichung im Frühjahr 2025. „Dog“ verbindet eine direkte, raue Energie mit einem ungewöhnlich zugänglichen Refrain. Treibende Gitarren treffen auf mehrstimmige Gesangspassagen, die dem Song eine zusätzliche Dynamik verleihen. Besonders im Refrain verdichten sich diese Elemente zu einem Kontrast aus Härte und Melodie, der den Track prägt. Inhaltlich geht der Song deutlich tiefer. Entstanden in einer Phase, die von gesundheitlichen Problemen innerhalb der Band geprägt war, kreist „Dog“ um Erfahrungen von Ohnmacht und Dauerbelastung. Die Band beschreibt die zugrunde liegende Idee sinngemäß als Zustand, in dem persönliche Krisen – ob körperlich oder psychisch – ständig präsent bleiben und sich nicht einfach abschütteln lassen.
Cola: Skywriter’s Sigh
Cola haben mit „Skywriter’s Sigh“ eine weitere Single aus ihrem kommenden Album „Cost Of Living Adjustment“ veröffentlicht, das Anfang Mai erscheinen soll. Nach Tracks wie „Hedgesitting“ und „Conflagration Mindset“ erweitert der neue Song das Klangspektrum der Band um eine deutlich leichtere, fast poppige Note. Im Zentrum steht ein Spannungsfeld aus Bewegung und Stillstand. Der Song greift das Gefühl auf, in Routinen festzustecken, während äußere Erwartungen weiterlaufen. Sänger Tim Darcy formuliert diese Idee in zugespitzten Bildern, die zwischen Selbstbeobachtung und gesellschaftlicher Perspektive pendeln. Der Titel selbst verweist dabei auf etwas Flüchtiges – Spuren, die schnell wieder verschwinden. Musikalisch setzt „Skywriter’s Sigh“ auf Klarheit statt Dichte. Helle Gitarrenlinien, ein zurückhaltend treibender Rhythmus und eine offene Struktur geben dem Track eine unmittelbare Zugänglichkeit, ohne die charakteristische Nüchternheit der Band aufzugeben. Gerade dieser Kontrast macht den Song zu einem auffälligen Moment im bisherigen Release-Zyklus.
A. Swayze & The Ghosts: Is That A Prayer?
Die australische Band A. Swayze & The Ghosts hat mit „Is That A Prayer?“ eine neue Single veröffentlicht. Der Song folgt auf „Stay Right“ und führt den rohen, unmittelbaren Ansatz der Gruppe konsequent weiter. Auffällig ist vor allem die Entstehung des Tracks: Statt aufwendig überarbeitet zu werden, basiert „Is That A Prayer?“ auf einer frühen Demo-Version, die bewusst in ihrer ursprünglichen Form belassen wurde. Diese Entscheidung prägt den gesamten Sound – schnell, direkt und ohne erkennbare Glättung. Musikalisch bewegt sich der Song im Spannungsfeld von Garage-Punk und klassischem Rock’n’Roll. Kurze, prägnante Strukturen treffen auf eine Energie, die eher aus dem Moment heraus entsteht als aus ausgefeilter Konstruktion. Gerade diese Unmittelbarkeit verleiht dem Track seine Wirkung. Nach ihrem letzten Album „Let’s Live A Life Better Than This“ wirkt „Is That A Prayer?“ wie ein bewusst gesetzter Kontrapunkt: weniger ausgearbeitet, dafür unmittelbarer. Ein Song, der nicht perfektioniert sein will, sondern genau in seiner Rohheit funktioniert.
