Die Must-Hears der Woche von Popklub – Das IndiePopZine

Die Must-Hears von Popklub – Das IndiePopZine, diesmal mit neuen Songs und Videos von The Guest List, Real Farmer (Foto), Martial Arts und Saint Clair.

The Guest List: You Should Care

The Guest List hat ihr Debütalbum „Something Real“ angekündigt, das am 28. August erscheinen soll. Zeitgleich präsentiert die fünfköpfige Gruppe aus Manchester mit „You Should Care“ die erste Single aus dem kommenden Release. Der Song zeigt im Vergleich zur vorherigen Single „Something Real“ eine ruhigere, nachdenkliche Seite der Band. Getragen von zurückhaltenden Gitarren und einer sich langsam steigernden Dynamik entfaltet sich ein Stück, das sich mit emotionaler Distanz und zwischenmenschlicher Unsicherheit auseinandersetzt. Inhaltlich bewegt sich das Album in einem breiten thematischen Spektrum: mentale Gesundheit, gesellschaftliche Spannungen, Klimakrise und persönliche Erfahrungen stehen nebeneinander. Frontmann Cai Alty beschreibt den Ansatz so: „Es geht darum, dass wir jung sind und genauso verwirrt wie alle anderen – und darum, in einer überwältigenden Welt nach etwas Bedeutung zu suchen.“

Real Farmer: 9 Till Not Alright

Die niederländische Band Real Farmer veröffentlicht mit „9 Till Not Alright“ die letzte Single vor ihrem zweiten Studioalbum „Two Wrongs Don’t Make A Right“, das heute digital erscheint. Eine physische Veröffentlichung folgt Mitte Mai. Der Track wird von einem Video begleitet, in dem die Band bewusst mit ihrem Erscheinungsbild bricht: Statt gewohnt legerem Look treten sie in Anzügen auf und greifen damit die inhaltliche Stoßrichtung des Songs auf. Im Zentrum steht eine Auseinandersetzung mit wirtschaftlicher Ungleichheit und Machtstrukturen. Sänger Jeroen Klootsema formuliert es deutlich: „Während wir arbeiten, um zu leben, profitiert die Oberschicht von unserer Arbeit und unserem Kampf.“ Der Song verweist auf Themen wie Insiderhandel, Umweltvergehen und Ausbeutung und stellt die Frage nach Verantwortung und Konsequenzen. Musikalisch bleibt die Band ihrem direkten, gitarrengetriebenen Ansatz treu, verbindet diesen jedoch mit einer klaren politischen Haltung. „9 Till Not Alright“ fungiert damit als pointierter Schlusspunkt vor dem Albumrelease und bündelt zentrale Motive der kommenden Platte.

Martial Arts: Before The Fire

Ebenfalls aus Manchester: Martial Arts haben ihre Debüt-EP „From The Burnoff“ angekündigt und mit „Before The Fire“ eine neue Single veröffentlicht. Der Track folgt auf „Too Much Fun“ und gibt einen weiteren Einblick in das kommende Release. Martial Arts bestehen aus Jim Marson (Gesang, Gitarre), Matthew Pearce (Gesang, Gitarre), Jack Brown (Gitarre), Robbie Beale (Bass) und Tom Dunnell (Schlagzeug). Ihr Sound orientiert sich an der Energie ihrer Auftritte, die auch im Studio eingefangen werden sollte. Inhaltlich beschäftigt sich „Before The Fire“ mit veränderten Lebensrealitäten und Erwartungen. Jim Marson beschreibt den Song so: „Es geht darum, wie aus großen Träumen etwas viel Alltäglicheres wird – etwa einfach ein Haus zu besitzen – und um den Druck, sich irgendwie durchzuschlagen, bei gleichzeitiger Einsicht, dass man trotzdem privilegiert ist.“ Die EP verbindet persönliche Beobachtungen mit gesellschaftlichen Themen und versteht sich als bewusste Standortbestimmung der Band.

Saint Clair: Too Young To Notice

Mit „Too Young To Notice“ stellt sich die Londoner Band Saint Clair erstmals offiziell vor. Die Single erscheint über Black Butter Records und markiert den Startpunkt für ein Quartett, das bewusst auf Reduktion und klare Songstrukturen setzt. Sänger Toby Bardsley, Gitarrist Lawrence Bordean und Bassist Adam Anderson entwickelten früh ihren Ansatz, bevor Schlagzeugerin Beth das Line-Up ergänzte und mit Einflüssen aus Nu-Metal und Hip-Hop zusätzliche rhythmische Kontraste einbrachte. Stilistisch lebt der Song vom Wechselspiel zwischen fragilen Momenten und plötzlichen Ausbrüchen verzerrter Gitarren. Der Fokus liegt weniger auf Virtuosität als auf Atmosphäre und Wirkung. Dieses Prinzip zeigt sich besonders in den bewusst gesetzten Leerstellen, die dem Sound Raum geben. Inhaltlich kreist die Single um die Unsicherheiten des Erwachsenwerdens. „Too Young To Notice“ ist ein Song über Geduld und Jugend“, erklärt die Band. „Es geht um Naivität und Unerfahrenheit – und darum, dass man oft nicht erkennt, dass Dinge zur richtigen Zeit passieren.“