Die Must-Hears der Woche von Popklub – Das IndiePopZine

Die Must-Hears von Popklub – Das IndiePopZine, diesmal mit neuen Songs und Videos von Dour, Mouth Ulcers, Oral Habit (Foto) und Cardinals.

Dour: Towers

Die kanadische Postpunk-Band Dour hat mit „Towers“ die zweite Vorabsingle ihres Debütalbums „Agora“ veröffentlicht, das am 26. Juni erscheint. Während die erste Single „Neophiliac“ die Auswirkungen digitaler Reizüberflutung und den Verlust individueller Identität in einer bildschirmdominierten Welt beleuchtete, richtet „Towers“ den Blick nach innen. Der Song beschäftigt sich mit selbstgewählter Isolation und der Frage, wie steigende Lebenshaltungskosten, soziale Entfremdung und die Verlockungen des Rückzugs dazu führen können, dass Menschen sich ihre eigenen Gefängnisse erschaffen. Sänger Zak Salehian beschreibt den Titel als Auseinandersetzung mit einem Kreislauf aus Rückzug und Abhängigkeit: Die Möglichkeiten zur Befreiung seien zwar vorhanden, doch die Versuchung, sich erneut in die selbst errichteten „Türme“ zurückzuziehen, bleibe bestehen. Entsprechend versteht die Band den Song weniger als hoffnungsvolle Lösung denn als eindringlichen Ruf nach Befreiung.

Mouth Ulcers: Space

Mouth Ulcers haben mit „Space“ eine weitere Single aus ihrer kommenden Debüt-EP „Silent Pictures“ veröffentlicht, die am 10. Juli über LAB Records erscheint. Nach den bereits veröffentlichten Songs „Prevail“, „Western Horror Story“ und „Closer To You“ gibt die Londoner Postpunk-Band damit einen weiteren Einblick in ihr erstes größeres Werk. Musikalisch verbindet das Quartett moderne Goth-Einflüsse mit Post-Punk, düsteren Melodien und cineastischer Atmosphäre. Inhaltlich beschäftigt sich „Space“ mit der Ambivalenz von Nostalgie. Die Band beschreibt den Song als Auseinandersetzung mit Erinnerungen, die gleichzeitig Trost und Verlust bedeuten können. Dieses Spannungsfeld zieht sich als zentrales Thema durch die gesamte EP: Die Vergangenheit bleibt Teil der eigenen Identität, muss aber irgendwann zurückgelassen werden, um weiterzugehen.

Oral Habit: Thin Trippin

Oral Habit haben nach dem Track „Surface Breaker“ nun mit „Thin Trippin“ die finale Single vor Veröffentlichung ihres Debütalbums „A Broken Chord“ geteilt. Das Album ist am heutigen Freitag erschienen. Der knapp zweiminütige Track fängt die rohe Energie der Band ein: schwere Garage-Riffs treffen auf einen taumelnden, fast tranceartigen Baggy-Part, bevor der Song abrupt wieder zusammenbricht. Aufgenommen wurde die Single direkt auf Band und weitgehend live eingespielt, was ihr den unmittelbaren, ungeschliffenen Charakter verleiht. Begleitet wird die Veröffentlichung von einem Musikvideo mit Behind-The-Scenes-Material aus den Albumaufnahmen. Produziert wurde *A Broken Chord* von Harry Hayes und Rory Lethbridge. Frontmann Charlie beschreibt „Thin Trippin“ als „einen Trip, der so intensiv wird, dass sich der Song selbst hypnotisiert – ein schmieriger Groove, der immer weiterrollt, bis er plötzlich auseinanderfällt und einen wieder ausspuckt.“

Cardinals: I Like You

Die irische Band Cardinals hat ein neues Musikvideo zu ihrer Single „I Like You“ veröffentlicht. Der Song stammt vom gefeierten Debütalbum „Masquerade“ und zählt zu den wichtigsten Stücken der Platte. „I Like You“ war der erste Song, den die Band gezielt für das Album schrieb. Entstanden nach einer längeren kreativen Pause, verbindet der Titel die romantische Seite der Band mit Einflüssen aus Folk, Indierock und klassischem Songwriting. Frontmann Euan Manning verrät zudem, dass die Eröffnungszeile auf einer freien Adaption von „My Funny Valentine“ basiert, in der Version von Chet Baker. Das neue Video wurde von Xander Lewis gedreht und vollständig auf 16mm- und 8mm-Film aufgenommen. Inspiriert von der dokumentarischen Ästhetik unabhängiger Filmproduktionen der frühen 2000er-Jahre fängt es die intime und zugleich weitläufige Stimmung des Songs ein.