Die Must-Hears der Woche von Popklub – Das IndiePopZine
Die Must-Hears von Popklub – Das IndiePopZine, diesmal mit neuen Songs und Videos von TV Priest, Opus Kink, Grandmas House (Foto) und Strange Lot.
TV Priest: The Mud Never Dries
TV Priest haben mit „The Mud Never Dries“ ihre erste neue Veröffentlichung seit vier Jahren vorgestellt. Nach den beiden gefeierten Alben „Uppers“ (2021) und „My Other People“ (2022) melden sich TV Priest mit einer Single zurück, die ihre charakteristische gesellschaftliche Beobachtungsgabe beibehält, den Sound jedoch aggressiver, experimenteller und unberechenbarer denn je gestaltet. Der Song markiert zugleich eine deutliche klangliche Weiterentwicklung der Londoner Postpunk-Band und zählt laut Frontmann Charlie Drinkwater zu den kompromisslosesten Stücken ihrer bisherigen Karriere. Angetrieben von einer nervösen Basslinie entwickelt sich der Track zu einem chaotischen Geflecht aus perkussiven Impulsen, digitalen Störgeräuschen und eindringlichen Textfragmenten. Inhaltlich beschäftigt sich „The Mud Never Dries“ mit der Unmöglichkeit, der eigenen Vergangenheit und kollektiven Geschichte zu entkommen. Drinkwater beschreibt Geschichte als eine Art Sedimentschicht, die sich immer weiter aufbaut und unser Handeln prägt, selbst wenn wir glauben, neue Wege einzuschlagen. Der Titel verweist auf diese Endlosschleife: Nichts trocknet aus, nichts ist wirklich abgeschlossen. Auch das begleitende Video greift diese Themen auf. Gedreht von Langzeit-Kollaborateur Charles Gall, zeigt es Drinkwater allein in einem verlassenen Bürogebäude zwischen Kontrolle und Kontrollverlust.
Opus Kink: Will It Come For You?
Opus Kink veröffentlichen mit „Will It Come For You?“ einen weiteren Vorboten ihres Debütalbums „The Sweet Goodbye“, das am 31. Juli erscheint. Der neue Song zeigt die Band von einer zugänglicheren, poppigeren Seite, ohne ihren eigenwilligen Art-Punk-Charakter zu verlieren. Frontmann Angus Rogers beschreibt „Will It Come For You?“ als einen Song über die Suche nach dem eigenen Platz in der Welt, die Angst vor einem ungewissen Schicksal und den Umgang mit wachsender Ernüchterung. Zwischen Zweifel und Überlebenswillen beschäftigt sich der Track mit der Frage, wie man in einer zunehmend widersprüchlichen Realität weiter Hoffnung findet. Nach den bereits veröffentlichten Singles „The Head Tree“, dem Titeltrack „The Sweet Goodbye“ und „Come Over, Do Me Wrong“ erweitert Opus Kink mit der neuen Single ihr klangliches Spektrum. Schräge Indie-Melodien treffen auf kantige Arrangements und die charakteristische Mischung aus Experimentierfreude, Energie und dunklem Humor.
Grandmas House: The Table
Grandmas House haben mit „The Table“ eine weitere Single aus ihrem Debütalbum „Baby You’re A Winner“ veröffentlicht, das am 21. August erscheint. Die neue Single folgt auf die bereits veröffentlichten Songs „Baby You’re A Winner“ und „Dog“. Musikalisch verbindet „The Table“ drängende Gitarren, treibende Rhythmen und vielschichtige Gesangsharmonien mit dem markanten, rauen Gesang von Frontfrau Yasmin Berndt. Der Song zeigt eine breitere, hymnischere Seite der Band, ohne dabei an Direktheit und Intensität einzubüßen. Inhaltlich behandelt der Song sowohl das Scheitern einer Beziehung als auch die Erfahrungen der Band als Frauen in der Musikindustrie. Die vier Musikerinnen beschreiben den Track als einen der Grundpfeiler des Albums: geschrieben zu Beginn der Arbeiten an „Baby You’re A Winner“ und über Jahre hinweg auf Tour stetig weiterentwickelt.
Strange Lot: Go Have A Dream
Strange Lot haben ihr selbstbetiteltes Debütalbum angekündigt, das am 14. August über Greenway Records erscheint. Mit „Go Have A Dream“ veröffentlicht die Band zugleich die zweite Vorabsingle nach „Nobody Seems To Do The Math“ samt neuem Musikvideo. Die Entstehung des Albums begann in einer schwierigen Phase für Sänger und Gitarrist Dominic Mena. Nachdem Strange Lot 2022 kurz vor der Auflösung stand, zog sich Mena zum Songwriting zurück und schrieb innerhalb eines Monats rund 30 Demos. Produziert wurde die Platte gemeinsam mit Alex Maas, während Jim Eno mehrere Songs mischte und Mastering-Legende Howie Weinberg den finalen Schliff übernahm. Das Ergebnis verbindet fuzzige Gitarren, treibende Rhythmen, dichte Shoegaze-Atmosphäre und Synthesizer zu einem vielschichtigen Sound, der klassische Psych-Rock-Einflüsse mit neuen Ideen verbindet. „Go Have A Dream“ steht exemplarisch für diesen Ansatz: Der Song vereint eingängige Melodien mit schimmernden Gitarrenflächen und einer leicht verschobenen, hypnotischen Dynamik.
