Die Must-Hears der Woche von Popklub – Das IndiePopZine

Die Must-Hears von Popklub – Das IndiePopZine, diesmal mit neuen Songs und Videos von Slow Fiction, Radio Free Alice, Walt Disco (Foto) und Humane.

Slow Fiction: Turning Down Flowers

Slow Fiction haben mit „Turning Down Flowers“ eine weitere Single aus ihrem Debütalbum „Dollhouse“ veröffentlicht – wir hatten euch den Track „Satellite“ schon vorgestellt. Das Album erscheint am 7. August über Tight Knit Records und wurde von der Band selbst produziert. Ein begleitendes Musikvideo mit Touraufnahmen von Samantha Caballero ergänzt den Release. Als Abschlussstück des Albums entwickelt sich „Turning Down Flowers“ über sechs Minuten von einer zurückhaltenden, fast fragilen Eröffnung zu einer eindrucksvollen Klangwand. Zwischen schimmernden Gitarren, atmosphärischen Texturen und emotionaler Intensität entfaltet sich ein Song, der Verletzlichkeit nicht als Schwäche, sondern als selbstverständlichen Teil menschlicher Erfahrungen begreift. Sängerin Julia Vassallo beschreibt den Titel als bewusste Absage an einfache Erwartungen. Statt jede Auseinandersetzung mit Weiblichkeit oder Identität als ermutigende Botschaft zu inszenieren, wolle die Band auch Raum für Unsicherheit, Melancholie und existenzielle Fragen schaffen – Gefühle, die im Indierock oft zu selten ihren Platz finden.

Radio Free Alice: Kick In The Shins

Die australische Band Radio Free Alice meldet sich mit ihrer neuen Single „Kick In The Shins“ zurück. Der Song folgt auf die zuletzt veröffentlichte Nummer „Lunch Money“ und setzt die Entwicklung der Gruppe zwischen Indierock und Postpunk fort. Entstanden ist der Track aus zwei unterschiedlichen Songideen, die zunächst nicht vollständig funktionierten. Die Band kombinierte schließlich die stärksten Elemente beider Entwürfe und formte daraus einen energiegeladenen Song mit eingängigem Refrain und treibender Dynamik. Produziert wurde „Kick In The Shins“ von Ewan Pearson, der Mix stammt von Peter Katis. Inhaltlich beschäftigt sich der Song mit dem Gefühl, die eigene Umgebung nicht mehr richtig einordnen zu können. Sänger Noah Learmonth beschreibt die Nummer als Reflexion über kulturelle Orientierungslosigkeit und die Isolation, die entstehen kann, wenn man sich von der Welt um sich herum entfremdet fühlt.

Walt Disco: Lies

Die schottische Band Walt Disco hat ihr drittes, selbstbetiteltes Studioalbum angekündigt, das am 2. Oktober erscheint. Zeitgleich veröffentlichen die fünf Musiker die neue Single „Lies“, die auf den bereits erschienenen Vorboten „Coup De Foudre“ folgt. Nach dem viel beachteten Debüt „Unlearning“ und dem Nachfolger „The Warping“ blickte die Band zeitweise auf eine Phase des Umbruchs zurück. Gerade diese Erfahrungen prägen jedoch das neue Album: Zwischen Alternative Rock, Dream Pop und Art Rock setzen sich die neuen Songs mit den Unsicherheiten des Erwachsenwerdens auseinander – von persönlichen Identitätsfragen über sich verändernde Beziehungen bis hin zum Druck des Musikgeschäfts. Trotz aller Zweifel münden die Stücke immer wieder in Momente von Zuversicht und Selbstakzeptanz. „Lies“ greift diese Themen exemplarisch auf. Musikalisch treffen schimmernde Gitarren auf einen euphorischen Refrain, während der Text den Zwiespalt zwischen vermeintlicher Sicherheit und unbequemer Wahrheit beleuchtet.

Humane: Kill Time

Humane haben ihre neue Single „Kill Time“ veröffentlicht und läuten damit eine neue Phase ihrer Entwicklung ein. Mit dem Song verabschiedet sich die Gruppe zugleich von ihrem bisherigen Namen Humane The Moon und tritt künftig nur noch als Humane auf. Musikalisch bewegt sich „Kill Time“ zwischen treibendem Postpunk und tanzbaren Rhythmen. Ein markanter Basslauf und eine spürbare Dringlichkeit bestimmen den Sound, der rauer und kompromissloser ausfällt als bei früheren Veröffentlichungen. Inhaltlich beschäftigt sich der Song mit dem Wunsch, dem Alltag für einen Moment zu entfliehen. Ausgangspunkt war laut Sänger Max Hanley eine alltägliche Beobachtung, aus der sich die Vorstellung eines imaginären Ortes entwickelte, an dem man alles hinter sich lassen und neu beginnen kann. Trotz der dunklen Bildsprache versteht die Band den Song ausdrücklich als optimistischen Blick auf die Möglichkeit eines Neuanfangs.