Die Must-Hears der Woche von Popklub – Das IndiePopZine

Die Must-Hears von Popklub – Das IndiePopZine, diesmal mit neuen Songs und Videos von Feet, DIIV, Diary und Pieces (Foto).

Feet: Odessa

Feet melden sich mit dem Track „Odessa“ eindrucksvoll zurück. Die Single ist die erste neue Veröffentlichung seit dem Album „Make It Up“ (2024) und markiert zugleich den Auftakt einer neuen Schaffensphase, die in den kommenden Monaten in einem dritten Studioalbum münden soll. Musikalisch knüpft „Odessa“ an die markanten Stärken der Band an: ein treibender Bass, kantige Gitarren und der unverwechselbare Gesang von Frontmann George Haverson sorgen für einen ebenso eingängigen wie energiegeladenen Sound. Begleitet wird die Single von einem Musikvideo unter der Regie von Praew Nicharee, das die inhaltlichen Motive des Songs visuell aufgreift. Textlich setzt sich „Odessa“ mit Selbstzweifeln und dem Umgang mit den eigenen Ängsten auseinander. Die Figur des Titels steht sinnbildlich für den Zwischenraum, in dem Unsicherheit und Hoffnung aufeinandertreffen – und dafür, wie wichtig es sein kann, die eigenen Gedanken zu hinterfragen, statt sich von ihnen bestimmen zu lassen.

DIIV: The Fountain

Nachdem DIIV ihr neues Album zunächst mit einer ungewöhnlichen Kampagne aus Hotline, Visitenkarten und kryptischen Botschaften angeteasert hatten, folgt nun die offizielle Albumankündigung. „Zirp!“ erscheint am 30. Oktober über Fantasy Records. Mit „The Fountain“ veröffentlicht die Band zugleich den ersten Vorgeschmack auf ihr fünftes Studioalbum. Für die Produktion zeichnete A. G. Cook verantwortlich. Gemeinsam mit DIIV entschied er sich gegen eine digitale Überarbeitung vorhandener Demos und setzte stattdessen auf einen organischen Aufnahmeprozess: Live eingespielte Drums, detailverliebte Gitarrenspuren und möglichst wenig Computerbearbeitung prägen den Sound des Albums. Musikalisch verbindet „The Fountain“ die vertrauten Shoegaze-Elemente der Band mit einem direkteren, rhythmischeren Ansatz. Inhaltlich knüpft „Zirp!“ an die gesellschaftlichen Themen des Vorgängers „Frog In Boiling Water“ an, richtet den Blick aber stärker auf die digitale Gegenwart, Streaming-Kultur und die Mechanismen einer zunehmend algorithmisch geprägten Musikwelt. „The Fountain“ zeigt, dass die Band ihren charakteristischen Sound bewahrt, ihn zugleich aber mutig weiterentwickelt und neue Facetten zwischen Gitarrenrauschen und eingängigen Melodien freilegt.

Diary: Drive It

Die New Yorker Band Diary stimmt mit „Drive It“ auf ihr Debütalbum „Spiral Bound“ ein, das am 4. September über Kanine Records erscheint. Nach mehreren EPs legt die fünfköpfige Formation damit erstmals ein vollständiges Album vor, das Indierock, Shoegaze und Janglepop zu einem vielschichtigen Sound verbindet. „Drive It“ lebt von schwebenden Gitarren, treibendem Motorik-Rhythmus und einer dichten Atmosphäre, die zwischen Traum und Wirklichkeit zu schweben scheint. Begleitet wird die Single von einem kunstvoll inszenierten Video der Filmemacherin Nadia Bedj, in dem ein Mann scheinbar die Kontrolle über seinen eigenen Körper verliert und orientierungslos durch New York zieht. Inhaltlich greift der Song das Gefühl einer surrealen Autofahrt auf, bei der Realität und Erinnerung ineinanderfließen. Ausgehend von einem nächtlichen Erlebnis entwickelt sich eine Geschichte über Orientierungslosigkeit, Zeitverlust und das eigentümliche Gefühl, sich trotz ständiger Bewegung nicht wirklich vorwärts zu bewegen.

Pieces: Open Door

Die deutsche Band Pieces veröffentlicht mit „Now Is Forever“ ihre vierte EP und liefert darauf vier Songs, die Shoegaze, Dreampop und Indierock zu einem dichten, atmosphärischen Gesamtbild verbinden. Verträumte Melodien treffen auf rauschende Gitarrenwände und schaffen einen Sound, der gleichermaßen kraftvoll wie schwebend wirkt. Gegründet wurde die Koblenzer Band im Jahr 2022. Anfang dieses Jahres stieß Sängerin Milena Hoffmann zur Besetzung und prägte den Klang von Pieces entscheidend mit. Ihre klare, einfühlsame Stimme bildet den Gegenpol zu den verzerrten Gitarren und verleiht den Songs zusätzliche Tiefe. „Now Is Forever“, die erste EP in dieser Besetzung, entstand vollständig in Eigenregie. Statt auf große Studio-Produktionen setzte die Band auf einen gemeinsamen kreativen Prozess, bei dem alle Mitglieder an den Arrangements und Songs beteiligt waren. Gerade deshalb besitzt „Now Is Forever“ für die Band einen besonderen Stellenwert. Während die ersten Konzerte vorbereitet werden, arbeiten Pieces bereits an neuem Material. Mit ihrem Debüt legen sie den Grundstein für einen Sound, der klassische Shoegaze-Einflüsse mit modernen Dreampop-Elementen verbindet und viel Potenzial für die kommenden Veröffentlichungen erkennen lässt.