Die Must-Hears der Woche von Popklub – Das IndiePopZine
Die Must-Hears von Popklub – Das IndiePopZine, diesmal mit neuen Songs und Videos von Fawn (Foto), CQ Wrestling, Keef und Shady Baby.
Fawn: Paper Thin
Fawn aus San Antonio und Austin haben sich mit intensiven, atmosphärischen Liveshows in der texanischen Szene einen Namen gemacht. Nun erscheint mit „Paper Thin“ ihre erste Veröffentlichung bei Sunday Drive Records – und das erste komplette Projekt seit der selbstbetitelten EP von 2022. Die vier Tracks auf der gleichnamigen EP bleiben dem charakteristischen Sound der Band treu, wirken aber gleichzeitig offener und reduzierter. Sänger und Komponist Trevor Humphreys trägt die Stücke mit sanft-zerbrechlichen Melodien, während Jes Morales (Drums), James Garcia (Bass) sowie Olivia Jacome und Giovannis Campos an den Gitarren ein dynamisches Fundament legen.
CQ Wrestling: Catherine Wheels
CQ Wrestling (früher bekannt als Chappaqua Wrestling) meldet sich nach zweijähriger Pause mit ihrer neuen Single „Catherine Wheels“ zurück. Der Song markiert zugleich den Beginn einer neuen Ära für die Formation: Zum ersten Mal veröffentlichen sie unabhängig und ohne Label. „Catherine Wheels“ ist der erste neue Track seit dem 2023 erschienenen Debütalbum „Plus Ultra“. Inhaltlich greift der Song eine alte Legende auf: die Geschichte einer ägyptischen Königin, die sich weigerte, dem König nachzugeben – und bereit war, für ihre Überzeugung zu sterben. Für CQ Wrestling wurde dieser Stoff zur Metapher für Stärke, Widerstandskraft und die Kämpfe, die auch Frauen in ihrem eigenen Umfeld tagtäglich durchstehen. Die Rückkehr der Band ist gleichzeitig ein klares Statement gegen die Strukturen der Musikindustrie. In einem offenen Statement erklärten sie, wie belastend die Mechanismen der Branche und gesellschaftliche Zwänge auf ihre Arbeit wirkten. Das fast zum Stillstand gekommene Projekt haben sie nun neu belebt – aus eigener Kraft.
Keef: Chemical Skies
Keef melden sich mit ihrer neuen Single „Chemical Skies“ zurück und fangen darin die bittersüße Stimmung nordenglischer Kindheitstage ein. Inspiriert von den leuchtenden Himmeln und dem Summen der Fabriken einer Industriestadt, verwandelt die Band Erinnerungen an Freiheit, Freundschaft und Unbeschwertheit in ein Stück, das gleichermaßen persönlich wie universell wirkt. Musikalisch verbindet „Chemical Skies“ schwebende Rhythmen mit psychedelischer Gitarrenarbeit und einem Sound, der zugleich warm und geheimnisvoll bleibt. Die Produktion ist detailreich ausgearbeitet, ohne an Seele zu verlieren, während die Vocals klar im Vordergrund stehen und von facettenreicher Instrumentierung getragen werden. Was den Song besonders macht, ist die spürbare Chemie der Band: Jede Ebene fügt sich organisch ins Ganze, der Refrain bleibt sofort hängen, und die Atmosphäre wirkt noch lange nach dem letzten Akkord. Mit „Chemical Skies“ unterstreichen Keef ihr Gespür für emotionale, zeitlose Songs – und präsentieren eine ihrer bislang eindringlichsten Veröffentlichungen.
Shady Baby: Under Duress
Das in Brighton beheimatete Quartett Shady Baby startet ins Jahr 2025 mit der Single „Under Duress“ und präsentiert dabei einen deutlich dunkleren, gereiften Sound. Einst als Soloprojekt von Sänger und Gitarrist Sam Leaver begonnen, hat sich die Band zu einem kompromisslosen Vierer entwickelt, der nun mit neuen Facetten überrascht. Aufgenommen mit Produzent Alex Gordon, entfaltet der Song eine brodelnde Spannung: zurückgenommene, schattenhafte Strophen bauen sich auf, bevor ein weit aufleuchtender, bittersüßer Refrain die ganze Bandbreite entfaltet. „Es geht darum, wie dein Geisteszustand dein Ich vereinnahmen kann – und um den Versuch, eine Version von dir abzuschütteln, die du nie sein wolltest“, erklärt Leaver. Das dazugehörige Video von Regisseur Ben Hardy verstärkt die dunkle Atmosphäre des Stücks durch seine raue, visuelle Sprache.
