Die Must-Hears der Woche von Popklub – Das IndiePopZine
Die Must-Hears von Popklub – Das IndiePopZine, diesmal mit neuen Songs und Videos von TVOD (Foto), Sex Mask, MX Lonely und Deux Visages.
TVOD: Meetings
Die New Yorker Postpunk-Band TVOD meldet sich mit neuem Material zurück: Mit „Meetings“ veröffentlicht das sechsköpfige Ensemble eine weitere Single aus seinem kommenden Album „The Farm“, das am 16. Oktober erscheinen wird. Musikalisch bleiben TVOD ihrem nervösen, direkten Stil treu, verschieben den Fokus aber leicht: Motorische Rhythmen, melodische Gitarren und treibende Basslinien verbinden sich in „Meetings“ zu einem hektischen, kaum zur Ruhe kommenden Stück. Der etwas mehr als zweiminütige Song wirkt dabei bewusst überladen und greift Themen wie Selbstzerstörung, emotionale Abstumpfung und den Versuch auf, sich nach einer gescheiterten Beziehung mit Alkohol und Exzessen von den eigenen Gefühlen abzulenken. Frontmann und Texter Tyler Wright beschreibt „Meetings“ mit gewohnt schwarzem Humor als eine Ode daran, das eigene Herz mit Whisky zu betäuben und betrunken mit dem Pickup des älteren Bruders in ein Gewässer zu fahren, um einer ehemaligen Partnerin etwas zu beweisen. Damit setzt der Song die Geschichte einer chaotischen emotionalen Abwärtsspirale fort, die bereits auf der vorherigen Single „Wet Brain“ angelegt war. Auch das dazugehörige Video nimmt die neue Albumidee wörtlich: Für „Meetings“ verließ die aus Brooklyn stammende Band den urbanen Alltag und begab sich auf einen bewusst absurden Ausflug aufs Land, der zum Konzept von „The Farm“ passt, mit dem TVOD das hektische Stadtleben gegen eine vermeintlich ruhigere Umgebung eintauschen.
Sex Mask: Lockjaw
Sex Mask teilen mit „Lockjaw“ eine neue Single inklusive Video aus ihrer selbstbetitelten EP „Sex Mask“, die heute über Unpopular Recordings erschienen ist. Der Song verbindet treibende Basslinien mit präzisem Schlagzeug, aufgewühlten Gitarren und eingängigen Vocals und vermittelt dabei unmittelbar die verschwitzte Energie ihrer Auftritte. Thematisch geht es in „Lockjaw“ um eine Beziehung, die eigentlich nicht funktionieren kann. Sänger Wry Gray bezeichnet den Song als Liebeslied für Menschen, die nicht zusammen sein sollten: Gefühle würden gerade durch die Abwesenheit der anderen Person immer stärker. Diese widersprüchliche Dynamik findet auch im Refrain ihren Ausdruck, in dem Nähe und Distanz unmittelbar aufeinandertreffen. „Lockjaw“ zeigt dabei noch einmal die besondere Mischung aus Direktheit, Melodie und unkontrollierter Energie, mit der Sex Mask ihre Konzerte prägen. Die neue EP markiert den nächsten Schritt einer Band, die ihren rauen Sound zunehmend mit emotionalen und persönlichen Momenten verbindet.
MX Lonely: March 16th
Die New Yorker Band MX Lonely kündigt mit „Perfect House“ eine neue EP an, die bereits kurz nach dem Debütalbum „All Monsters“ erscheint. Als ersten Vorgeschmack veröffentlicht das Trio die Single „March 16th“, an der die aus Brooklyn stammende Musikerin Caitlin Starr beteiligt ist. „Perfect House“ versammelt insgesamt vier Stücke, die aus zahlreichen Demos aus der bisherigen Bandgeschichte hervorgegangen sind. Statt die Aufnahmen komplett neu einzuspielen, verwendeten MX Lonely die vorhandenen Demos als Gerüst und formten sie durch das Hinzufügen und Entfernen einzelner Elemente zu den endgültigen Songs. Die Band beschreibt die EP als eine Sammlung von „Liebesbriefen über ein niederbrennendes Haus“ – ein Bild, das den emotionalen und zugleich düsteren Charakter der neuen Songs zusammenfasst. „March 16th“ entstand ursprünglich als Instrumental während der Aufnahmen zu „All Monsters“, schaffte es jedoch nicht auf das Album. Als Starr später für zusätzliche Gitarren und Harmonien ins Studio kam, entstand spontan die Idee, auch an diesem Stück zu arbeiten. Inhaltlich schlägt der Track einen ernsten Ton an: „March 16th“ nimmt Bezug auf den Schusswaffenangriff an der Brown University im Dezember 2025 und entstand unter dem unmittelbaren Eindruck der Ereignisse: Eine Freundin von Caitlin Starr befand sich nach dem Angriff im Lockdown an der Universität. MX Lonely beschäftigen sich dabei mit der unmittelbaren Nähe zu einer Tragödie und der Erkenntnis, dass sich Gewalt in wiederkehrenden Mustern fortsetzt.
Deux Visages: Always You
Das US-Trio Deux Visages meldet sich mit der neuen Single „Always You“ zurück und hat gleichzeitig seine Zusammenarbeit mit Pure Noise Records bekannt gegeben. Der Song ist der erste Vorbote des für Herbst 2026 angekündigten Debütalbums und verbindet Dreampop, Shoegaze und Indierock mit einer auffallend persönlichen, sentimentalen Note. Frontfrau Daphney Hanono bezeichnet „Always You“ als „den Song, den wir schon immer schreiben wollten“. Inhaltlich geht es um die Perspektive eines unsichtbaren Beobachters, der einen geliebten Menschen aus der Distanz begleitet – geprägt von Sehnsucht, Unsicherheit und Angst. Gleichzeitig verarbeitet die Band darin das ambivalente Gefühl, von der eigenen Kindheit Abschied nehmen zu müssen, während man gleichzeitig versucht, einen Teil davon zu bewahren. Deux Visages – Hanono, Gitarrist Jack Chiu und Bassist Tony Jouvin – gründeten sich ursprünglich während ihrer Highschool-Zeit über einen Austausch von Direktnachrichten. Nach ersten Singles, einer EP und Supporttouren für unter anderem Wunderhorse zog das Trio von Miami nach Philadelphia und entwickelte dort seinen eigenständigen, atmosphärischen Sound weiter.
