Die Must-Hears der Woche von Popklub – Das IndiePopZine

Die Must-Hears von Popklub – Das IndiePopZine, diesmal mit neuen Songs und Videos von Softcult (Foto), Nightbus, The Jacques und Hotel Lux.

Softcult: 16/25

Das kanadische Duo Softcult hat sein Debütalbum „When A Flower Doesn’t Grow“ angekündigt, das am 30. Januar über Easy Life Records erscheinen wird. Zur Feier der Ankündigung teilen die Zwillingsschwestern Phoenix und Mercedes Arn-Horn ihre neue Single „16/25“ samt Video. Der Song thematisiert Männer, die jüngere Frauen manipulieren und ausnutzen, und prangert das kognitive Zerrbild sowie die Doppelmoral an, die daraus erwachsen. „Wir wollten die unerfüllbaren Erwartungen benennen, die das Patriarchat jungen Frauen auferlegt“, erklären Softcult. Auch der Albumtitel steht sinnbildlich für diese Haltung: „Wenn eine Blume nicht wächst, reparierst du die Umgebung, nicht die Blume“, so die Band. „When A Flower Doesn’t Grow“ versteht sich als Plädoyer gegen unterdrückende Strukturen und als Aufruf, Räume zu schaffen, in denen Entwicklung und Wachstum möglich sind.

Nightbus: Angles Mortz

„Angles Mortz“ ist nach der Single „Ascension“ ein weiterer Vorbote des am 10. Oktober erscheinenden Debütalbums „Passenger“ von Nightbus, das die düstere und zugleich faszinierende Klangwelt des Duos Olive Rees und Jake Cottier erstmals auf Albumlänge bündelt. Entstanden an der Schnittstelle zwischen Manchester und Stockport, weben Nightbus eine düstere Soundlandschaft, die von 90s Trip-Hop, Indie-Sleaze und elektronischen Texturen geprägt ist. Reverb-getränkte Melodien, drückende Loops und fragile Pop-Momente verschmelzen zu einem hypnotischen Hörerlebnis, das Isolation und Abhängigkeit ebenso auslotet wie Sehnsucht und Hoffnung. Der Song behandelt das Thema Scham im Kontext von Intimität und stellt die Frage, ob diese in einem anderen Leben nicht sogar ein Gefühl sein könnte, das man annehmen und umarmen sollte.

The Jacques: Ramona

The Jacques zeigen mit ihrer neuen Single „Ramona“ eine frische Facette ihres Sounds. Der Song schlägt eine Brücke zwischen schillerndem New Wave der 80er und tanzbarem Indie-Pop, getragen von Power-Pop-Synths, tighten Disco-Beats und Finn O’Briens markantem Gesang. „Ramona“ markiert damit eine klare stilistische Weiterentwicklung – weg vom rauen Gitarren-Charme der Anfangstage hin zu einem glitzernden, verspielten Soundbild. Das Stück dient als Vorgeschmack auf das zweite Album „Make Repetition!“, das heute erscheint. Mit ihrem neuen Material beweist das Trio aus London und Bristol, dass sie sich nicht auf ein Genre festlegen lassen, sondern ihre britische Indie-Schärfe mit Einflüssen von Talking Heads bis Blondie verbinden.

Hotel Lux: Nod (To The Retrospect)

Hotel Lux melden sich mit ihrer neuen Single „Nod (To The Retrospect)“ zurück. Beretis zuvor hatten wir euch den Track „Costermonger“ vorgestellt. Der Song, kein klassisches Liebeslied, blickt mit Wehmut und Klarheit auf Vergangenes – ein „Gruß an die Rückschau“, wie die Musiker selbst sagen. Der Track ist der erste Vorbote ihres zweiten Albums „The Bitter Cup“, das am 14. November erscheint. Für die Aufnahmen zog sich die Londoner Band ins Big Jelly Studio zurück, wo sie das Projekt vollständig selbst produzierten. Eine Entscheidung, die Gitarrist Sam Coburn als „absolut notwendig“ bezeichnet: Mit neuem Selbstbewusstsein schrieb die Band das Album gemeinschaftlich und nahm es live auf, um die emotionale Intensität ihrer Shows einzufangen. Das Ergebnis: ein Werk, das Hotel Lux so verletzlich wie selbstsicher zeigt und einen klaren nächsten Schritt markiert. Nach ihrem gefeierten Debüt „Hands Across The Creek“ von 2023, das breite Anerkennung fand, setzen sie mit „The Bitter Cup“ ihr Kapitel fort – persönlicher, direkter und eindringlicher als zuvor.