Die Must-Hears der Woche von Popklub – Das IndiePopZine

Die Must-Hears von Popklub – Das IndiePopZine, diesmal mit neuen Songs und Videos von White Lies, Dust (Foto), Gurriers und Die Spitz.

White Lies: Keep Up

Mit „Keep Up“ präsentieren White Lies ein weiteres Stück aus ihrem kommenden Album „Night Light“, das am 7. November erscheint. Der Song wird von einem neuen Video begleitet und zeigt die Band in experimentierfreudiger Form. Nach den vorangegangenen Singles „Nothing On Me“ und „In The Middle“ setzt „Keep Up“ auf treibende Motorik-Rhythmen, kombiniert mit weit aufgezogenen, beinahe karnevalesken Refrains. Die Band selbst beschreibt den Song als „“headstrong pop song – unkompliziert, aufrichtig und ohne Umwege“. Für das Album gingen White Lies bewusst einen Back-to-Basics-Weg: Entstanden sind die Stücke größtenteils in Harry McVeighs Londoner Wohnung, ehe die Band sie im Kollektiv aufnahm. Das Ergebnis ist ein Werk, das rohe Energie mit emotionaler Direktheit verbindet. Unterstützt von Keyboarder Seth Evans spannt Night Light einen Bogen von Disco und Progressive Rock bis hin zu elektronischen Klanglandschaften – und dürfte das bislang vielseitigste Album der Band werden.

Dust: Alastair

Die australische Band Dust zeigt, wie verletzlich Postpunk klingen kann. Nach der Single „Drawbacks“, legen sie nun mit „Alastair“ nach – ein weiterer Vorgeschmack auf ihr kommendes Debütalbum „Sky Is Falling“, das im nächsten Monat erscheint. „Alastair“ verlangsamt das Tempo deutlich und entfaltet eine sanfte, beinahe tröstliche Atmosphäre. Frontmann Justin Teale singt mit lässigem Tonfall über flirrende Gitarren und weiche Bläserflächen. Das Ergebnis ist kein sentimentaler Song, sondern vielmehr eine beruhigende, fragile Klanglandschaft, die den rauen Wurzeln des Post-Punk eine neue Schönheit verleiht. Namensgeber des Tracks ist ein Mann, den die Band in einem Motel in Mullumbimby traf – Alastair, der innerhalb weniger Minuten offen von seinen Sorgen und Schwierigkeiten erzählte. Diese Begegnung hinterließ einen bleibenden Eindruck und gab der Band Inspiration für einen Song, der Verletzlichkeit und Menschlichkeit in den Mittelpunkt stellt.

Gurriers: Erasure

Mit „Erasure“ präsentiert die irische Postpunk-Band Gurriers ihre erste neue Musik seit dem gefeierten Debütalbum „Come And See“. Aufgenommen wurde die Single gemeinsam mit Produzent Alex Greaves, der bereits am Debüt beteiligt war, und abgemischt von Pelle Gunnerfeldt. Das Ergebnis ist ein krachender, von Gegensätzen lebender Track, der zwischen Chaos und Präzision oszilliert und die Wucht der Shows der Band perfekt einfängt. Frontmann Dan Hoff beschreibt den Song als „chaotischen Genre-Mix, einen unerschütterlichen Schrei ins Nichts angesichts von Imperialismus und Tyrannei“. Schon jetzt zählt „Erasure“ zu den absoluten Fan-Favoriten bei Konzerten. Begleitet wird die Veröffentlichung von einem düsteren Musikvideo, inszeniert von Adam Hart. In einer Black-Mirror-artigen Ästhetik versetzt es den Song in die Kulissen einer geheimnisvollen Sicherheitsbehörde – ein visuelles Echo der bedrohlichen Intensität der Musik.

Die Spitz: Riding With My Girls

Mit „Something To Consume“ haben Die Spitz ihr erstes Album vorgelegt – erschienen am vergangenen Freitag über Third Man Records und produziert von Will Yip. Das Werk ist ein kompromissloses Aufeinandertreffen von Leidenschaft, Identität und sozialer Kritik. Schon die Singles „Throw Yourself To The Sword“ und „Pop Punk Anthem (Sorry For The Delay)“ deuteten an, welche Wucht die Band entfalten kann. Doch besonders das von Bita Ghassemi inszenierte Video zu „Riding With My Girls“ bringt die Haltung der Band auf den Punkt: Freiheit, Freundschaft und die radikale Kraft weiblicher Solidarität. Die vier Musikerinnen teilen sich Songwriting und Instrumente, verweigern Schubladen und schaffen Songs, die Dringlichkeit mit inhaltlicher Tiefe vereinen. Live gilt die Band längst als Phänomen – bekannt für energiegeladene Performances mit Crowdsurfing-Soli, akrobatischen Einlagen und purer Bühnenwut.