Die Must-Hears der Woche von Popklub – Das IndiePopZine

Die Must-Hears von Popklub – Das IndiePopZine, diesmal mit neuen Songs und Videos von Witch Post (Foto), Dust, Wavepool und Whitelands.

Witch Post: Changeling

Das Duo Witch Post ist ab sofort Teil von Partisan Records. Zum Einstand veröffentlichen Alaska Reid und Dylan Fraser ihre neue Single „Changeling“, den ersten Track seit ihrer viel beachteten Debüt-EP „Beast“ von Anfang des Jahres. „Changeling“ greift den weitläufigen Signature-Sound des Duos auf: druckvolle Gitarren, treibende Drums und ein Refrain, der wirkt wie ein verschwommener Traum aus 90s-Arena-Rock. Dennoch bleibt Witch Post ihrer Vorliebe für das Surreale treu – Vertrautes wird in etwas Unheimliches, Emotionales und Verführerisches verwandelt, als würde Grunge mit einer Art geisterhaftem Glanz überzogen. Witch Post basiert auf einer zufälligen – oder schicksalhaften – Verbindung: Beide stammen aus Orten mit identischem Namen, eine aus Montana, einer aus Schottland. Während Alaska Reid aus einer düster angehauchten US-Indieszene kommt, bringt Dylan Fraser einen Pop-Ansatz mit, der wirkt, als sei er durch ein Spiegelkabinett gebrochen. Mit Songs wie „Chill Out“ und „Rust“ konnte das Duo bereits Fans und die Musikpresse überzeugen.

Dust: Restless

Die australische Band Dust präsentiert mit „Restless“ eine weitere Vorabsingle aus ihrem kommenden Debütalbum „Sky Is Falling“, das am 10. Oktober erscheint. Zuvor hatte das Quintett bereits mit den Songs „Drawbacks“ und „Alastair“ erste Eindrücke geliefert. „Restless“ zeigt die Spannung und Zerrissenheit, die sich wie ein roter Faden durch das Album zieht. Wechselgesang von Justin Teale und Gabe Stove lotet innere Konflikte aus – mal lethargisch, mal drängend – und wird von einem schwelenden Instrumental getragen, in dem ein markantes Bassmotiv und geisterhaftes Saxofon den Ton angeben. Inhaltlich kreist der Song um den widersprüchlichen Reiz der Rastlosigkeit, die zugleich Antrieb wie auch Fluch sein kann. Mit „Sky Is Falling“ legen Dust ein Werk vor, das die Brüche einer postkapitalistischen Welt seziert und zugleich nach Hoffnungsschimmern sucht. Ihre Mischung aus Postpunk, Indierock und experimenteller Energie macht das Album zu einem der spannendsten Debüts des Jahres.

Wavepool: Blue Moon

Die französische Band Wavepool legt mit „Blue Moon“ ihre zweite Single vor und begleitet den Track mit einem passenden Musikvideo. Der Song gibt einen weiteren Einblick in die kommende Debüt-EP „Crayola“, die am 24. Oktober erscheint. Bereits im Sommer sorgte das Quintett aus Rouen mit seiner ersten Single „Tiny Cowboy“ für Aufmerksamkeit. Gegründet im Frühjahr 2024, entwerfen Wavepool einen Sound, der sich zwischen Dreampop, Slacker-Rock und verwaschenem Shoegaze bewegt – wie eine Welle, die nicht ganz verebbt. Auf ihrer ersten EP erschaffen sie ein verträumtes, leicht entrücktes Universum, in dem Realität und Fantasie ineinander übergehen. „Blue Moon“ fängt genau dieses Gefühl ein. Die Band beschreibt den Song als Ode an jene Momente, in denen nichts wirklich Sinn ergibt – und das völlig in Ordnung ist. Statt Antworten zu suchen, lädt der Track dazu ein, loszulassen und im Augenblick zu bleiben: eine elegante, leicht absurde Hymne auf das Nicht-Greifen-Wollen.

Whitelands: Glance

Whitelands eröffnet das nächste Kapitel: Ihr zweites Studioalbum „Sunlight Echoes“ erscheint am 30. Januar über Sonic Cathedral. Der Nachfolger des Vorjahresdebüts „„Nightbound Eyes Are Blind To The Day“ verbindet laut Band poetische Leichtigkeit mit emotionaler Wucht – ein Sound zwischen Britpop-Schimmer und schwerem Unterton. Mit der Single „Glance“ gibt es nun nach dem Track „Heat Of The Summer“ einen weiteren Vorgeschmack – inklusive Musikvideo. Der Song entstand in einer Phase der kreativen Blockade und entfaltete sich aus einem sehr persönlichen Moment heraus. Sänger und Gitarrist Etienne Quartey-Papafio erzählt, wie ein Gespräch mit Slowdive-Mitglied Neil Halstead den Knoten löste. Der Track kreist um den Zauber eines Blicks, der mehr andeutet als nur Anziehung. Bassistin Vanessa Govinden beschreibt „Glance“ als Song über die Möglichkeit, im zufälligen Aufeinandertreffen ein Gefühl von Vertrautheit und Sicherheit zu erahnen – ein flüchtiger Moment, der dennoch nachhallt.