Die Must-Hears der Woche von Popklub – Das IndiePopZine
Die Must-Hears von Popklub – Das IndiePopZine, diesmal mit neuen Songs und Videos von Delivery (Foto), Goblyns, Los Bitchos und Fat Dog.
Delivery: Measuring Cup
Die australische Band Delivery kündigt ihr neues Album „Zone 3“ an, das am 26. Februar über Heavenly Recordings erscheint. Als ersten Vorgeschmack veröffentlicht die aus Melbourne stammende Band die Single „Measuring Cup“, die mit druckvollem Sound und hoher Energie einen ersten Eindruck von der neuen Platte vermittelt. „Zone 3“ folgt auf das im Januar 2025 erschienene Album „Force Majeure“. Für die Aufnahmen ging es ins heimische York Street Studios in Melbourne, wo Delivery das Album gemeinsam mit Produzent Dan Luscombe und Toningenieur Stefan Blair innerhalb von nur zwölf Tagen einspielten. Die kurze Produktionszeit deutet dabei auf eine konzentrierte Arbeitsweise hin, während „Measuring Cup“ bereits eine unmittelbare und kraftvolle Seite der neuen Songs erkennen lässt. Inhaltlich beschäftigt sich „Measuring Cup“ mit der Frage, wie Menschen andere anhand ihrer Zugehörigkeiten, Überzeugungen und Werte einordnen. Delivery greifen dabei den gesellschaftlichen Druck auf, schnell festzustellen, ob jemand ‚zu den eigenen Leuten‘ gehört, stellen dieser Einteilung jedoch eine offenere Perspektive gegenüber. Der Song versteht unterschiedliche politische, gesellschaftliche oder persönliche Standpunkte nicht ausschließlich als Trennlinie, sondern auch als Möglichkeit, sich bewusst mit anderen Sichtweisen auseinanderzusetzen.
Goblyns: Before I Break
Goblyns kündigen ihr zweites Album „Who Do You Fight?“ für den 13. November über Crazysane Records an und präsentiert mit „Before I Break“ zugleich die erste Single. Der neue Song bündelt den eigenwilligen Sound des Berliner Trios aus psychedelischen Grooves und verschachtelten Rhythmen. Im Zentrum steht ein markanter melodischer Hook, während die charakteristische Stimme von Frank dem Stück eine zusätzliche Kontur verleiht. Entstanden ist „Before I Break“ zunächst unter deutlich reduzierteren Bedingungen. Die Band entwickelte das Stück als Demo aus lediglich zwei Akkorden über einem verträumten 6/4-Rhythmus, der von Stereolab inspiriert war. Erst im Proberaum nahm der Song eine deutlich dynamischere Richtung an und entwickelte jene treibende Energie, die ihn inzwischen zu einem Höhepunkt der Konzerte von Goblyns macht. Zwischen psychedelischer Atmosphäre, tiefem Groove und klarer Melodieführung entsteht dabei ein Stück, das zugleich unmittelbar und entrückt wirkt.
Los Bitchos: Conexiones
Los Bitchos haben den neuen Track „Conexiones“ geteilt, eine Zusammenarbeit mit der von peruanischen Einflüssen geprägten New Yorker Gruppe Chicha Libre. Die dritte Vorabsingle des kommenden Albums „Los Bitchos & Friends Vol 1“, das am 13. November erscheinen soll, bringt die unterschiedlichen musikalischen Welten beider Gruppen zusammen und verbindet psychedelische Klangfarben mit lateinamerikanischen Rhythmen. Getragen von treibender Percussion treffen schimmernde Melodien, präzise Gitarrenfiguren und Synthesizer auf verzerrte Spoken-Word-Passagen und einen unmittelbar eingängigen Hook. Dabei bleibt „Conexiones“ trotz seiner zahlreichen Elemente erstaunlich geschlossen: Die warme, psychedelische Atmosphäre wird immer wieder von neuen rhythmischen und melodischen Details aufgebrochen. Los Bitchos und Chicha Libre lassen ihre jeweiligen musikalischen Hintergründe bewusst aufeinandertreffen, ohne sie zu vereinheitlichen. Der Song versteht Internationalität damit nicht als glatte Fusion verschiedener Stile, sondern als direkten Austausch, bei dem gerade die Unterschiede für Bewegung sorgen.
Fat Dog: Heart Of Darkness
Fat Dog veröffentlichen heute ihr zweites Album „Cancel Me (I’m Tired)“ und haben kürzlich mit „Heart Of Darkness“ zugleich den letzten Vorboten der neuen Platte vorgelegt. Der von Ralph Fuller inszenierte Videoclip zum Song zeigt eine aus dem Ruder laufende Karaoke-Runde mit einem Kim-Jong-Un-Imitator, während sich die Musik zwischen pulsierenden Rhythmen und kreisenden Synthesizern bewegt. Nach dem kompromisslosen Debüt „WOOF.“ zeigt die Band damit eine variablere Seite ihres Sounds. Musikalisch verbindet der Song pulsierende Elektronik mit einem als „Future-Folk“ beschriebenen Ansatz. Inhaltlich geht es um die komplizierten Seiten einer Beziehung und die Vorstellung, mit den Konsequenzen einer Trennung allein zurückzubleiben. Zwischen den düsteren und hypnotischen Momenten sorgt dabei auch der lakonische Gedanke, künftig allein „Shrek 5“ ansehen zu müssen, für den für Fat Dog typischen schrägen Humor.
