Die Must-Hears der Woche von Popklub – Das IndiePopZine
Die Must-Hears von Popklub – Das IndiePopZine, diesmal mit neuen Songs und Videos von Floral Image, Crocodylus, Lime Garden (Foto) und Dead Dads Club.
Floral Image: On A Feeling
Die britische Band Floral Image meldet sich mit ihrer neuen Single „On A Feeling“ zurück – begleitet von einem psychedelischen Musikvideo. Der Song stammt aus der kommenden EP „Deeper Down Meadowland“, die am 21. November über Fuzz Club erscheint. Musikalisch verwebt „On A Feeling“ hypnotische Rhythmen mit fernöstlich angehauchten Melodien und treibenden Krautrock-Grooves. Der Track entstand in denselben Sessions wie das diesjährige Debütalbum „Gone Down Meadowland“ und erweitert dessen kosmische Soundlandschaft um noch intensivere Farben. Bereits zuvor hatte die Band mit „Thieves“ eine weitere Auskopplung vorgestellt – einer von drei bisher unveröffentlichten B-Seiten, die ebenfalls Teil der EP sind. Frontmann Jack Warner beschreibt den Song als ironischen Kommentar zur Gleichgültigkeit unserer Zeit: Zwischen Umweltkrise und digitaler Ablenkung sei „On A Feeling“ eine Einladung, den Blick wieder nach außen zu richten – auf Natur, Stille und das, was wirklich zählt.
Crocodylus: Limbo
Mit der Single „Limbo“ erfinden sich Crocodylus ein Stück weit neu. Der Track bleibt schnell und roh, trägt aber zugleich eine überraschend melodische, fast orchestrale Tiefe in sich. Zwischen donnernden Gitarren und einem abrupten Tempowechsel im Finale mischen sich Streicher – die australische Band selbst beschreibt den Stil augenzwinkernd als „beautiful punk“. Inhaltlich geht es um Selbstzweifel und die Suche nach dem eigenen Platz in der Musikszene: das Gefühl, festzustecken und sich doch immer wieder herauszuarbeiten. Das begleitende Musikvideo, inszeniert von Nathan Rathsam und Sinéad Campion, greift diese Stimmung visuell auf. In der Hauptrolle ist der australische Kultschauspieler Tiriel Mora zu sehen. Die Handlung bewegt sich zwischen Alltagsroutine und absurdem Stillstand – ein „Groundhog-Day“-Szenario, das die Monotonie der Arbeitswelt mit einem Augenzwinkern kommentiert.
Lime Garden: Maybe Not Tonight
Lime Garden sind zurück und präsentieren ihre neue Single „Maybe Not Tonight“ – ein intensiver, hedonistischer Track, der die Band aus Brighton in eine rauere, elektronisch aufgeladene Richtung führt. Es ist das erste frische Material seit ihrem Debütalbum One More Thing aus dem vergangenen Jahr und zeigt, wie experimentierfreudig und wandlungsfähig die vier Musikerinnen weiterhin sind. Die Band beschreibt den Song als „Soundtrack einer Frau, die im Begriff ist, jede falsche Entscheidung zu treffen“ – eine Mischung aus Ekstase, Selbstzerstörung und dem schmerzhaften Erwachen danach. Genau diese innere Unruhe greift das Stück auf: dunkle Synth-Fragmente, verzerrte Beats und ein fiebriger Drive, der sich wie ein Rausch anfühlt, der zu kippen droht. Passend dazu liefert Regisseur Harv Frost ein Musikvideo, das die fiebrige Intensität des Songs visuell verstärkt. Lime Garden werden in rasant wechselnde Kulissen montiert – von nächtlichen Straßenszenen bis zu surrealen Stadtbildern – und taumeln so durch eine Nacht, in der Realität und Fantasie ineinander verschwimmen.
Dead Dads Club: Goosebumps
Nach der ersten Single „Don’t Blame The Son For The Sins Of The Father“ legt Chilli Jesson nun nach: Sein neues Projekt Dead Dads Club veröffentlicht am 23. Januar das gleichnamige Debütalbum auf Fiction Records. Für den ehemaligen Frontmann von Palma Violets und Crewel Intentions ist es das persönlichste Werk seiner bisherigen Karriere. Der Name des Projekts verweist direkt auf Jessons eigene Geschichte und den Verlust seines Vaters im Jugendalter – ein Thema, das viele der Songs emotional trägt. Nach kreativer Stagnation in früheren Projekten fand Jesson neue Inspiration, als er begann, mit Fontaines D.C. zu arbeiten. Deren Gitarrist Carlos O’Connell übernahm schließlich auch den Mix des Albums und half dabei, dem Projekt seine raue, unmittelbare Klangsprache zu geben. Zur Albumankündigung erscheint die neue Single „Goosebumps“, ein Song, der die latente Unruhe unserer politischen und gesellschaftlichen Gegenwart in Musik fasst. Jesson beschreibt darin eine Welt, in der die klassischen Machtfiguren von neuen, tech-getriebenen Einflussnehmern abgelöst werden – und der damit verbundene Kontrollverlust noch bedrohlicher wirkt.
