Die Must-Hears der Woche von Popklub – Das IndiePopZine
Das Popklub-Team stellt alle zwei Wochen neue Songs vor. Anhören lohnt sich! Ihr wisst ja – The Next Big Thing. So hieß es auch im Jahr 2025. Zum Jahresabschluss stellen wir euch wie immer noch einmal unsere Entdeckungen und großen Momente des vergangenen Jahres vor. Mit dabei sind Activity, Greet Death, Blankenberge (Foto) und Dust.
Activity: In Another Way
Activity legten im Juni mit „A Thousand Years In Another Way“ ein vielschichtiges, atmosphärisch dichtes Album vor, das ihre bisherige Entwicklung als Band konsequent fortführt und ihre zahlreichen Einflüsse in einen kohärenten und zugleich eigenwilligen Sound überführt, der ebenso schön wie verstörend wirkt. Die Songs changieren dabei zwischen tanzbarer Paranoia, süßlich-verzerrtem Dreampop und klanglicher Wucht, die sich durch detailreiche Produktion und starke Gesangsduette auszeichnet. Die Single „In Another Way“ erzählt von der Ohnmacht gegenüber persönlichen und gesellschaftlichen Missständen – und davon, wie diese Gefühle in klanglicher Form kanalisiert werden können. Begleitet wird die Veröffentlichung von einem geheimnisvollen, visuell eindringlichen Musikvideo unter der Regie eines langjährigen Wegbegleiters der Band.
Greet Death: Country Girl
Das Album „Die In Love“ von Greet Death, das ebenfalls im Juni erschien, markiert für die Band einen spürbaren Schritt heraus aus der bisherigen, düsteren Klangwelt der Band, indem es die schwerfällige Melancholie früherer Werke mit sonnigeren, fast zärtlichen Momenten konterkariert und so ein Klangbild erschafft, das eher einem gemeinsamen Morgenkaffee mit der großen Liebe als einem einsamen Rausch unter einer schweren Decke gleicht. Die Single „Country Girl“ ist ein atmosphärisch dichter Track, der lyrisch wie klanglich tief unter die Haut geht. Inhaltlich bewegt sich „Country Girl“ zwischen Fragen der Selbstwahrnehmung und inneren Zerrissenheit. Sänger und Gitarrist Harper Boyhtari beschreibt das Stück als Auseinandersetzung mit Identität und Entfremdung – wie die Erkenntnis, dass man selbst die Ursache des eigenen Schmerzes ist.
Blankenberge: New Rules
Mit dem Song „New Rules“ und dem dazugehörigen Video gab die russische Band Blankenberge einen intensiven Einblick in ihr Album „Decisions“, das im Juli erschienen ist. Das Werk umfasst acht Tracks und verbindet erneut den charakteristischen Blankenberge-Sound aus verträumtem Dreampop, atmosphärischem Shoegaze und Postrock-Elementen. „Decisions“ entfaltet ein weites Klangpanorama, in dem warme Gitarrenflächen, sphärische Synths und schwebende Gesangslinien auf treibende Rhythmen treffen. Seit ihrer Gründung 2015 in Sankt Petersburg erschaffen Yana Guselnikova (Gesang), Daniil Levshin (Gitarre, Synthesizer), Dmitriy Marakov (Bass) und Sergey Vorontsov (Schlagzeug) dichte Klanglandschaften, die zwischen dronigen Wellen und ätherischen Harmonien balancieren. Mit „Decisions“ führen sie diese Handschrift konsequent fort – und setzen mit „New Rules“ einen besonders eindrucksvollen Akzent.
Dust: Drawbacks
Dust präsentierten im Oktober mit „Sky Is Falling“ ein Debütalbum, das nicht nur durch seine stilistische Spannweite zwischen punkiger Abrasivität, melancholischem Postpunk und überraschenden Saxophon-Ausbrüchen beeindruckt, sondern auch durch die bemerkenswerte Sorgfalt, mit der diese Vielfalt zu einem schlüssigen Ganzen verwoben wird, ohne je in bloßes Namedropping von Einflüssen wie Fontaines D.C. oder Joy Division abzurutschen. Die Single „Drawbacks“ lebt von treibenden Bassläufen, nervösem Drumming und dichten Gitarrenschichten, über denen sich ein mal schneidendes, mal schwebendes Saxofon legt. Die von Justin Teale verfassten Texte spiegeln persönliche Frustration, Isolation, aber auch Hoffnung wider – ein kollektives Songwriting, das Dusts ungebändigte Energie in komprimierter Form einfängt.
