Review: Angine De Poitrine – Volume II

Ziemlich sicher schon der Hype des Jahres: Mit ihrem neuem Album „Volume II“ zementieren Angine De Poitrine ihren Ruf als ebenso rätselhaftes wie elektrisierendes Duo, das zwischen viraler Faszination und ernstzunehmender Kunst mühelos balanciert und dabei mit Tracks wie „Fabienk“ oder „Mata Zyklek“ ein wildes Geflecht aus Microtonal-Math-Rock, Prog-Exzessen und tanzbarer Ekstase spinnt, das sich jeder klaren Einordnung entzieht. Die Stücke wirken wie ständig mutierende Klangkörper, in denen sich komplexe Rhythmen, verzerrte Grooves und fremdartige Vokalfragmente – etwa in „Sarniezz“ oder „Utzp“ – zu einer ebenso fordernden wie überraschend zugänglichen Collage verdichten, die zwischen Chaos und Präzision, Ironie und Ernsthaftigkeit oszilliert und den Hörer aktiv in ihren Bann zieht. Trotz aller technischen Virtuosität und experimentellen Radikalität bleibt „Volume II“ der beiden „Raum-Zeit-Reisenden“ – bekannt nur als Klek de Poitrine und Khn de Poitrine – vor allem ein physisches Erlebnis, das mit seinem anarchischen Witz, seiner unberechenbaren Dynamik und dem bewusst überdrehten Gesamtkonzept nicht nur provoziert, sondern auch befreiend wirkt und gerade in seiner Unberechenbarkeit nachhaltige Faszination entfaltet.

Tracklist

01. Fabienk
02. Mata Zyklek
03. Sarniezz
04. Utzp
05. Yor Zarad
06. Angor

Angine De Poitrine: Volume II
Vö: 03.04.2026