Review: Automatic – Is It Now?
„Is It Now?“ von Automatic präsentiert ein Trio, das keine kreative Pause kennt und mit seinem dritten Album in fünf Jahren erneut beweist, dass Stillstand weder ästhetisch noch organisatorisch zu ihrem Vokabular gehört, indem sie Touren, Nebenprojekte und Studioarbeit zu einem rastlosen Gesamtbild verweben und dabei hörbar entschlossen sind, Tempo und Eigenständigkeit zu behaupten. Musikalisch zerlegen sie sämtliche vermeintlichen Regeln ihres bereits regelverweigernden Sounds und errichten daraus ein schillerndes Gebilde aus Bossa-Nova-Schlagzeug, nervösem Bass, jazzigen Vokals, Synth-Punk-Anleihen, Windpfeifen, Sirenen, Industrial-Electro und düsteren Postpunk-Verweisen, das zwischen Tanzbarkeit, Spott, Dystopie und lakonischem Humor changiert und sich gleichermaßen an Blondie, Kraftwerk oder New Order reibt, ohne je nachzuahmen. Lyrisch wie atmosphärisch entsteht dabei ein urbanes Panorama aus Zynismus, Beobachtung, Eskapismus und Coolness, in dem Songs wie „Lazy“, „Mercury“, „Black Box“ oder das Titelstück eher Szenen als Statements liefern und die Band mit einem selbstbewusst fragmentarischen, unangepassten Zugriff zeigt, dass sie lieber ein eigenes Spiel erfinden, als sich an bestehende Vorlagen zu halten.
Tracklist
01. Black Box
02. Mq9
03. Mercury
04. Lazy
05. Country Song
06. Is It Now?
07. Don’t Wanna Dance
08. Smog Summer
09. The Prize
10. PlayBoi
11. Terminal
Automatic: Is It Now?
Vö: 22.08.2025 / PIAS
