Bright Eyes: Down In The Weeds, Where The World Once Was

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Review: Bright Eyes – Down In The Weeds, Where The World Once Was

Neun Jahre ist es her seit dem letzten Album „The People’s Key“ von Bright Eyes – und auch wenn Conor Oberst, Mike Mogis und Nate Walcott keineswegs untätig gewesen sind, dürfte das vorläufige Ende der Auszeit nicht nur bei Fans und Enthusiasten unbändige Freude hervorgerufen haben.

Nun also „Down In The Weeds, Where The World Once Was“: Das zehnte Album von Bright Eyes fühlt sich weniger wie ein monumentales Happening an, vielmehr wie eine nahtlose Fortsetzung; der Klang einer Band, die eine lange Pause hinter sich lässt und einfach wieder an die Arbeit geht. Die vierzehn Songs geben den Glanz und die Klarheit der späteren Platten wie „Cassadaga“ und „The People’s Key“ wieder und verzichten größtenteils auf die rauheren Qualitäten ihrer frühen Aufnahmen. „Down In The Weeds, Where The World Once Was“ ist eine groß angelegte Sammlung von gereiften Stücken einer erwachsen gewordenen Band, auch wenn Bright Eyes immer noch mit derselben Grandiosität flirten, die dazu beigetragen hat, die Hinterlassenschaften von Alben wie „Lifted“ und „Fevers And Mirrors“ zu zementieren. Die Songs drehen sich immer noch um Oberst‘ Suche nach den Gründen, warum wir darauf bestehen, weiter zu existieren – während die Welt, offen gesagt, um uns herum zu zerbröckeln scheint.

Der grandiose Schlusstitel „Comet Song“ bringt einige der Hauptanliegen der Band gut zum Ausdruck; Conor Oberst betrachtet das existenzielle Gewicht von Nostalgie und Erinnerung in einem der bewegendsten Texte seiner Karriere. Begleitet von einem Crescendo aus Bläsern, die diesen ehrlichen und ausnehmenden Moment untermalen: „Spent decades in search of, what meant so much to you. Then sold the whole collection, because the rent was due…“, singt er in einer schmerzhaften Reflexion über die Realitäten des Erwachsenwerdens und Weiterziehens – doch während „Comet Song“ weiter anschwillt, denkt Oberst über die erhabene Schönheit in dieser Flüchtigkeit nach: „She doesn’t know yet what a comet does, you’re approaching even as you disappear“.

Tracklist:

01. Pageturners Rag
02. Dance And Sing
03. Just Once In The World
04. Mariana Trench
05. One And Done
06. Pan And Broom
07. Stairwell Song
08. Persona Non Grata
09. Tilt-a-whirl
10. Hot Car In The Sun
11. Forced Convalescence
12. To Death’s Heart (In Three Parts)
13. Calais To Dover
14. Comet Song

Bright Eyes: Down In The Weeds, Where The World Once Was
Vö: 21.08.2020 / Dead Oceans, Cargo

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