Review: Friko – Something Worth Waiting For

Mit ihrem zweiten Album „Something Worth Waiting For“ treiben Friko ihren ohnehin emotional aufgeladenen Indierock in deutlich größere, theatralische Dimensionen, indem sie ihre einst rohe DIY-Intimität mit opulenten Arrangements, Streicherflächen und eruptiven Laut-Leise-Dynamiken verschmelzen, die sich etwa im Opener „Guess“ oder der Single „Choo Choo“ eindrucksvoll entladen. Dabei entfalten sich die Songs wie kleine Dramen zwischen fragiler Zurückhaltung und überwältigender Klangfülle, in denen sich einfache, direkte Hooks mit nervöser Dringlichkeit aufladen und Stücke wie „Still Around“ oder „Seven Degrees“ eine intensive Körperlichkeit entwickeln, die zwischen jugendlicher Euphorie und existenzieller Unsicherheit oszilliert. Trotz aller klanglichen Expansion bleibt der Kern der Band unangetastet, denn gerade im Spannungsfeld aus maximalistischem Überschwang und verletzlicher Stimme entsteht ein Album, das nicht nur wachsen will, sondern hörbar darum ringt, sein eigenes Versprechen einzulösen – und genau darin seine größte Stärke findet.

Tracklist

01. Guess
02. Still Around
03. Choo Choo
04. Alice
05. Certainty
06. Hot Air Balloon
07. Seven Degrees
08. Something Worth Waiting For
09. Dear Bicycle

Friko: Something Worth Waiting For
Vö: 24.04.2026 / ATO