Review: Hotel Lux – The Bitter Cup
Hotel Lux legen mit „The Bitter Cup“ ein zweites Album vor, das nach Besetzungswechsel, gemeinsamer Selbstfindung und einem kollaborativeren Arbeitsprozess seinen Kern bewahrt, ihn aber um eine neue Offenheit, Reife und ein bewusst ungeschliffenes Klangbild erweitert – und eine Band zeigt, die zwischen rauer Energie, melodischer Zartheit und humorvoller Schärfe immer sicherer mit Kontrasten spielt. Mit dem wuchtigen Mittelpunkt „Costermonger“ und den gegensätzlichen Momenten von „Song For John Healy“ bis zum nachhallenden, rohen Finale „Nod (To The Retrospect)“ entfaltet sich ein Werk, das soziale Beobachtungen, Lebensnähe, ungefilterte Emotionen und erzählerische Schärfe miteinander verschränkt und so die Spannung zwischen politischem Kommentar, persönlicher Verwundbarkeit und kollektivem Musizieren lebendig hält. Und obwohl die Produktion gelegentlich ins Trübe kippt und die kantigen Ecken nicht jedem gefallen werden, gewinnt „The Bitter Cup“ gerade aus dieser Unvollkommenheit seinen Charme, da Hotel Lux hier ein selbstbewusstes, organisches und angenehm verschrammtes Album vorlegen, das ihre Wurzeln ehrt und zugleich den Weg in eine reifere Zukunft weist.
Tracklist
01. Encore
02. The Bitter Cup
03. Nod (To The Retrospect)
04. Hand Of Mine
05. Joy
06. Song For John Healy
07. Evelyn
08. Costermonger
09. The Fear
10. Another One Gone
Hotel Lux: The Bitter Cup
Vö: 14.11.2025 / State 51 Conspiracy
