Review: Iceage – For Love Of Grace & The Hereafter
Mit „For Love Of Grace & The Hereafter“ setzen Iceage auf unmittelbare Energie statt kalkulierter Perfektion und liefern nach fünf Jahren Pause ein Album, das sich bewusst auf Instinkt, Spontaneität und rohe Dringlichkeit verlässt, wodurch eine fiebrige, zugleich melodisch aufgeladene Spannung entsteht, die ihre Postpunk-DNA weiter zuspitzt. Zwischen eruptiven Ausbrüchen und überraschend klaren, fast eingängigen Momenten wie in „Ember“, „No Fear“ oder „Star“ entfaltet sich ein Sound, der irgendwo zwischen eskalierendem Rock’n’Roll, 80s-Postpunk-Referenzen und shoegazeartigen Auflösungen pendelt und dabei stets diese charakteristische Zerrissenheit zwischen Kontrolle und Kontrollverlust bewahrt. Gerade in dieser neu gewonnenen Direktheit wirkt das Album wie eine kondensierte Essenz ihres bisherigen Schaffens, das sowohl die rohe Frühphase als auch spätere, ambitioniertere Erweiterungen in eine nervöse, konzentrierte Form überführt, die emotional wie klanglich kaum Luft zum Atmen lässt.
Tracklist
01. Ember
02. Match Head Girl
03. The Weak
04. No Fear
05. Salve For Every Sore
06. Mother-Of-Pearl
07. Tender Blades
08. 1835
09. Star
10. Lifetime
11. Holy Water
12. True Blue
Iceage: For Love Of Grace & The Hereafter
Vö: 29.05.2026 / Mexican Summer
