Review: Interpol – This Mirror Weighs A Ton
Interpol verlassen auf „This Mirror Weighs A Ton“ ihre vertrauten Räume nicht, erweitern sie jedoch mit Elektronik, Streichern, Klavier, ungewöhnlich melodischen Basslinien und neuen Klangfarben zu einem erstaunlich offenen, vielschichtigen Album, das die charakteristische Spannung zwischen Daniel Kesslers Gitarren, Sam Fogarinos Rhythmusarbeit und Paul Banks’ düsterer Stimme neu auslotet. Während Songs wie „See Out Loud“, „Wings On Fire“ oder „Wake Up“ noch deutlich an die nervöse Präzision früherer Tage erinnern, sorgen der hypnotische Titelsong, ausgedehnte instrumentale Passagen und ruhigere Stücke wie „Enemy“ oder „Sudden“ dafür, dass das Album weniger auf Wiedererkennung als auf Entwicklung setzt und dabei erstaunlich oft gewinnt. „This Mirror Weighs A Ton“ ist deshalb kein Versuch, die Vergangenheit der New Yorker zu reproduzieren, sondern ein reifes, kreatives und musikalisch ungewöhnlich mutiges Spätwerk, auf dem Interpol ihre Identität bewahren, gerade indem sie sich hörbar verändern.
Tracklist
01. This Mirror Weighs A Ton
02. See Out Loud
03. Iron City
04. Wounded Soldier
05. Wings On Fire
06. Ever The Actor
07. So Rides The Reindeer
08. Darling Thoughts
09. Wake Up
10. Enemy
11. Bird And The Serpent
12. Sudden
Interpol: This Mirror Weighs A Ton
Vö: 28.08.2026 / Partisan Records
