Review: Westside Cowboy – It Goes On
Mit „It Goes On“ legen Westside Cowboy ein Debüt vor, das seine Wirkung weniger aus ausgefeilter Perfektion als aus unmittelbarer Energie bezieht: treibende Drums, kantige Gitarren und das Wechselspiel mehrerer Stimmen verleihen den Songs einen rauen, beinahe beiläufigen Charme, der besonders dann überzeugt, wenn die vier Musiker ihre Stücke nicht zu stark kontrollieren, sondern hörbar miteinander arbeiten. Gerade die rauen Kanten machen den Reiz der Platte aus, denn Songs wie „Kick Stones (The Boys)“, „Pin Up Boys“ oder „Coyote“ leben von Lautstärke, Wiederholungen und kontrolliertem Chaos, während „Worried Age“ und das deutlich zurückgenommene „Take My Leaving As I Love You“ zeigen, dass die Band auch dann funktioniert, wenn sie nicht permanent auf maximale Energie setzt, wobei besonders die Gesangspartnerschaften von Aoife Anson O’Connell, Jimmy Bradbury und Reuben Haycocks dem Album eine gemeinschaftliche Wärme geben, die über das übliche Gitarrenband-Pathos hinausgeht. Ganz frei von jugendlicher Unbekümmertheit und gelegentlich etwas zu deutlich ausgespielten Indierock-Referenzen ist „It Goes On“ zwar nicht, doch gerade weil Westside Cowboy ihre kleinen spielerischen Ungenauigkeiten und die bisweilen ungeschliffene Dynamik nicht verstecken, entsteht ein Debüt mit erstaunlich eigenem Charakter, das weniger den Eindruck erweckt, hier wolle eine Band bereits ihre endgültige Form präsentieren, als vielmehr den einer Gruppe, die gerade erst herausfindet, wie weit sie mit ihrer Energie, ihren Stimmen und ihrem bemerkenswerten Gespür für gemeinsame Momente gehen kann.
Tracklist
01. Kick Stones (The Boys)
02. Paper Chains
03. Dobro
04. Well Done Kid, You Did It
05. Worried Age
06. Big Wheels
07. Pin Up Boys
08. Coyote
09. Patchwork
10. Take My Leaving As I Love You
11. You Could Have Died There On The Dancefloor
Westside Cowboy: It Goes On
Vö: 21.08.2026 / Island
