Review: Zoh Amba – Eyes Full

Mit „Eyes Full“ vollzieht Zoh Amba einen bemerkenswerten Schritt weg von den avantgardistischen Jazz-Experimenten ihrer bisherigen Laufbahn und hin zu einem rauen, gitarrengetragenen Songwriter-Sound, der Folk, Americana, Indierock und kontrollierte Noise-Ausbrüche zu einer ebenso persönlichen wie ungeschönten Bestandsaufnahme ihrer Herkunft verbindet. Songs wie „Dead End Street“, „Southern Soil“ und der Titelsong „Eyes Full“ leben von einer bewusst direkten, fast livehaftigen Intensität, während Zoh Ambas brüchiger Gesang, die reduzierte Instrumentierung und die eindringlichen Geschichten von Arbeiterleben, familiären Wunden, Glauben und Selbstfindung den Stücken eine seltene Glaubwürdigkeit verleihen. Gerade weil das Album Perfektion konsequent zugunsten von Emotionalität, Spontaneität und atmosphärischer Offenheit zurückstellt, entsteht ein Werk, das traditionelle amerikanische Songwriterkunst mit dem Freiheitsdrang der Avantgarde verbindet und dadurch eine ganz eigene, nachhaltige Wirkung entfaltet.

Tracklist

01. OCD
02. Another Time
03. Dead End Street
04. Thousand Years
05. Southern Soil
06. Eyes Full
07. Blueberry Thorn
08. Emahoy
09. Weed Eating
10. Odd Jobs
11. Child You’ll See
12. PG Tips
13. Smile With Your Eyes

Zoh Amba: Eyes Full
Vö: 05.06.2026 / Matador Records