Zoh Amba veröffentlicht Titelsong ihres kommenden Albums „Eyes Full“

Zoh Amba öffnet ein neues Kapitel: Im April wurde die Veröffentlichung von „Eyes Full“ für den 5. Juni angekündigt – mit dem Titelsong präsentiert das Ausnahmetalent sein Songwriter-Profil in voller Konsequenz. Bekannt geworden in der New Yorker Avantgarde des Free Jazz, schlägt Amba nun einen anderen Weg ein – und der klingt rauer, erdiger, unmittelbarer. Der Track ist ein dunkler Sog, getragen von schlingernden Gitarren und einer Stimme, die zwischen Knurren und Zerbrechlichkeit pendelt. Inhaltlich kreist „Eyes Full“ um emotionale Überforderung: das Gefühl, wenn das Herz überläuft – und der Drang, die eigenen Beweggründe immer wieder zu hinterfragen.

Visuell begleitet wird die Single von einem Video der Filmemacherin Grace Bader Conrad, in dem Amba gemeinsam mit Jim White und Kevin Hyland auftritt. Die Chemie zwischen den Beteiligten ist kein Zufall: Die Aufnahmen zum Album entstanden in Asheville, unweit von Ambas Heimatstadt Kingsport in Tennessee. Dort verdichtet sich ein Sound, der Appalachian-Folk, Indierock und Blues ineinander verschiebt – mal taumelnd, mal eruptiv. Die Musik wirkt wie unter Spannung gesetzt, als könnte sie jederzeit kippen.

Schon die erste Single „Another Time“ deutete diesen Stilwechsel an. Kritiker sahen darin eine ungewöhnliche Verbindung aus offener Emotionalität und kantigem Indie-Sound, verwurzelt in Ambas Herkunft. Genau dorthin führt auch das Album „Eyes Full“ zurück: nach Kingsport, zu den Menschen und Geschichten, die Amba geprägt haben. Lange habe man versucht, sich von dieser Herkunft zu lösen, lässt Amba sinngemäß durchblicken – doch sie hole einen immer wieder ein und verlange nach Auseinandersetzung.

Thematisch richtet sich „Eyes Full“ an jene, die selten gesehen werden: Menschen am Rand, erschöpft, innerlich abgestumpft oder auf der Suche nach Halt. Die Songs fordern Aufmerksamkeit ein, insistieren darauf, hinzusehen und den Blick nicht abzuwenden. Amba formuliert es als Wunsch, dass diese Musik berührt – und dass sie jenen eine Stimme gibt, die dringend wahrgenommen werden müssen.

Tracklist

01. OCD
02. Another Time
03. Dead End Street
04. Thousand Years
05. Southern Soil
06. Eyes Full
07. Blueberry Thorn
08. Emahoy
09. Weed Eating
10. Odd Jobs
11. Child You’ll See
12. PG Tips
13. Smile With Your Eyes

Zoh Amba: Eyes Full
Vö: 05.06.2026 / Matador Records