Shout Out Louds: Live @ Alte Feuerwache, Mannheim

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Review: Shout Out Louds – Live in der Alten Feuerwache, Mannheim (23.10.2010)

Definitiv ein Pflichttermin – nicht nur für den Indie-Slacker – war das Konzert der schwedischen Band Shout Out Louds in der Alten Feuerwache in Mannheim. Nach einer ausgedehnten Clubtour im Frühjahr ist die Band wieder auf der Bühne zu bewundern, mit im Gepäck: Ihr drittes Album „Work“.

In einer sehr angenehm gefüllten Feuerwache ist die Band Dag För Dag an diesem Abend der Support für die Shout Outs Louds. Viel weiss man nicht über das Geschwisterpaar Sarah & Jacob Snavely aus Stockholm.

Durch einen Live-Drummer unterstützt, bieten die beiden düsteren, mit viel Feedback angereichertern, teilweise auch äusserst aufregenden Shoegaze-Indie Sound: In den schnelleren, gitarrenlastigeren Momenten kommen einem gar die Blood Red Shoes in den Sinn. Und bei einem Song wird sogar die Violine ausgepackt. Und über allem steht der sich abwechselnde Gesang der Geschwister. Beeindruckend! Da lohnt sich das Warten auf den Haupt-Act.

Wer aber die wahren Helden dieser Nacht sind, zeigt sich schon als die Shout Out Louds endlich die in satten Rottönen gehaltene Bühne entern, und mit grossem Jubel empfangen werden. Der Opener „Candle Burned Out“ wirkt fast noch gemächlich, aber schon beim folgenden „Tonight I Have To Leave It“ ist die Stimmung bereits bestens, alles klatscht oder tanzt mit. Die sympathische Ausstrahlung, die man von der Band aufgrund ihrer Musik erwartet, ist an diesem Abend wirklich spürbar – was vor allem an Frontmann Adam Olenius liegt. Denn obwohl die Shout Out Louds wesentlich gereifter und professioneller wirken als zu früheren Konzerten, kommt eine Begeisterung und Liebe zur Musik von der Bühne, die sofort auf das Publikum überspringt.

Die Band präsentiert eine wohl überlegte Auswahl von Songs ihrer drei Alben, natürlich mit einem leichten Schwerpunkt auf ihr aktuelles Werk „Work“. Unser geschätzter Kollege Giuseppe konnte es auf seinem Blog nicht besser zum Ausdruck bringen und sei hier dankenderweise zitiert: „Die Playlist war geschickt gewählt und schickte den geneigten Musikliebhaber immer wieder träumerisch in ferne Lande, um ihn kurz danach wieder wild hüpfend in der Feuerwache auf den Boden der tanzenden Tatsachen zurückzuholen.“

Natürlich sind die Hits der Band mit die Highlights des Abends: „Fall Hard“, besagtes „Tonight I Have To Leave It“, „Shut Your Eyes“, die Zugabe „Please Please Please“, das Olenius zunächst solo intoniert, und zum Abschluss das sich immer weiter steigernde „Walls“. Aber auch die weniger bekannten Stücke werden vom begeisterten Publikum gefeiert.

Ein erinnerungswürdiger Abend in der Alten Feuerwache, dank zwei grossartigen Bands. Das Publikum dankte dies wiederum mit einer sehr entspannten, äusserst gut gelaunten Atmosphäre. Und so konnte man – trotz bitterer Kälte draussen – vor der Tür in viele glückliche Gesichter sehen. Ein äusserst angenehmer Nebeneffekt: Der Nachtwandel im Jungbusch in dieser Nacht, war noch die perfekte Aftershow-Party.

Setlist

01. Candle Burned Out
02. Tonight I Have To Leave It
03. Show Me Something New
04. South America
05. Very Loud
06. Four By Four
07. Normandie
08. Paper Moon
09. Fall Hard
10. The Comeback
11. Throwing Stones
12. 1999
13. There’s Nothing
14. Shut Your Eyes
15. Impossible
16. Please Please Please
17. Seagull
18. Walls

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